Leinefelde. Die kostenlosen Anzeigenblätter werden immer dicker. Mehr Prospekte, mehr Beilagen, mehr Hochglanz. Für die Zusteller bedeutet das: Die Zeitungen passen oft schlicht nicht mehr in die Briefschlitze. Gerade in den Neubauten sind die Kästen schmal. Wenn dann noch reguläre Post im Kasten steckt, geht gar nichts mehr.

Sehr fragwürdig, wie Zeitungen abgelegt werden. Foto: Heinz-Jürgen Henning

Die Folge sieht man leider immer häufiger: Die Zeitungen werden vor die Haustür gelegt, auf die Treppe, in den Hausflur – oder wie hier sogar einfach auf den Gehweg oder den Rasen wie hier in der Rosa-Luxemburg-Straße in Leinefelde.

Das hat mit ordentlicher Zustellung nichts mehr zu tun. Es wirkt achtlos, stört das Stadtbild und ist im Zweifel sogar gefährlich, wenn Papierstapel im öffentlichen Raum liegen bleiben.

Foto: Heinz-Jürgen Henning

Natürlich ist klar: Die Zusteller stehen unter Zeitdruck. Niemand wird das aus Bosheit machen. Aber so darf es nicht laufen. Wer verteilt, trägt Verantwortung – für das Produkt und für den öffentlichen Raum.

Heinz-Jürgen Henning hat diesen Zustand in der Geschwister-Scholl-Straße und Rosa-Luxemburg-Straße für uns fotografisch dokumentiert. Das Bild spricht für sich. Es zeigt nicht nur ein paar Zeitungsstapel auf dem Pflaster und auf dem Rasen. Da kann man nur von Glück reden, dass es nicht auch noch geregnet hat. Es zeigt ein strukturelles Problem: Immer mehr Werbung, immer weniger Rücksicht auf praktikable Zustellung.

Hier braucht es Lösungen. Entweder realistischere Formate oder klare Vorgaben, wie zuzustellen ist – aber nicht dieses „Ablegen und weitergehen“.

Ilka Kühn