
Leinefelde. Das geplante Einkaufszentrum an der Schwellenbeize hat im Leinefelder Ortsteilrat keine Mehrheit gefunden. Zwei für die weitere Planung vorgelegte Beschlussvorlagen wurden jeweils mit vier Gegenstimmen, einer Zustimmung und drei Enthaltungen abgelehnt. Eine endgültige Entscheidung des Stadtrates über das Vorhaben ist aber damit noch nicht gefallen. Der Stadtrat tagt am 14. Dezember 2026.
Auf der Fläche an der Schwellenbeize plant Investor Moritzimmobilien ein Einkaufszentrum mit Rewe, dm und zwei weiteren Geschäften. Dafür soll das bisherige Mischgebiet als Sondergebiet für Einzelhandel ausgewiesen werden. Toralf Moritz hat wiederholt erklärt, dass er dort ursprünglich Wohnungen bauen wollte, dies aber nicht genehmigt worden sei. Nun finden auch die für das Einkaufszentrum vorgelegten Planungsschritte keine Mehrheit im Ortsteilrat. Er sagte auch, das Rewe auf ihn zugekommen sei, weil das Unternehmen gern auch in Leinefelde wäre und mit ihm dm und die beiden anderen.
Bei der ersten Abstimmung ging es um die Neufassung des Aufstellungsbeschlusses zur 56. Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufhebung eines Beschlusses vom 6. Dezember 2021. Anschließend stand der Offenlegungsbeschluss für den Bebauungsplan „Schwellenbeize“ zur Abstimmung. Auch dieser fand keine Mehrheit.
Von den elf Mitgliedern des Ortsrates waren mit Ortsteilbürgermeister acht anwesend. Lediglich Jörg Weiterer ist für die Ansiedlung. Patrick Westphalen, Michael Friese und Christian Löffelholz enthielten sich. Mit nein stimmten Matthias Brodmann, Roland Senft, Thomas Nolte und Markus Hupe. An der Sitzung nicht teilgenommen hatten Felix Birkefeld, Katrin Roth und Nico Reinhardt.
Investor und Betreiber hatten Gelegenheit, das Vorhaben noch einmal vorzustellen. Die Situation hat sich ja nach einem Jahr etwas geändert. Ein Edeka ist in Leinefelde geschlossen worden, weil der Betreiber einen anderen Markt in Leinefelde hat. Auch konnte vor wenigen Wochen das Projekt in Worbis vorgestellt werden im dortigen Ortsrat. In Worbis waren vorher viele der Meinung, der Rewe müsste schließen, wenn in Leinefelder einer entsteht. Es gibt bereits einige Bewerber, die den Leinefelder Markt übernehmen möchten, u.a. auch Sascha Nolte vom Rewe Worbis, er würde dann beide Märkte führen, so Ulli Seyfarth, Expensionsmanager Rewe.
Gleich zu Beginn des Ortsrates hatte sich Dr. Christoph Brodhun als Anwohner von der Schwellenbeize gemeldet und seine Kritikpunkte vorgebracht. U.a. verwies er auf den Lärm. (Anmerkung d. Redaktion: Die Bahn und die benachbarten Gewerbebetriebe machen sicher mehr Lärm). Ulli Seyfarth von Rewe (er wohnt unweit von Leinefelde) machte deutlich, dass man durchaus lärmschützende Elemente anbringen würde.
Ortsteilbürgermeister Patrick Westphalen kündigte vor den Abstimmungen an, sich zu enthalten. Als Grund nannte er Vorwürfe, er beeinflusse andere oder habe etwas gegen den Investor. Das wies er zurück. Er äußere seine persönliche Meinung auf Grundlage der vorliegenden Gutachten und Unterlagen und versuche, sein Ehrenamt nach bestem Gewissen auszuüben. Jedes Mitglied könne selbst entscheiden.
Seine Enthaltung solle ausdrücklich weder als Zustimmung noch als Ablehnung verstanden werden. Wie er sich bei einer Abstimmung im Stadtrat verhalten werde, ließ Patrick Westphalen offen.
In der späteren Bürgerfragerunde wurde das Projekt erneut angesprochen. Ein Bürger erinnerte an frühere Rewe-Planungen in Leinefelde und fragte nach den Absichten für den bestehenden Standort in Worbis. Er wollte unter anderem wissen, ob dort die Verkaufsfläche erweitert oder das Angebot verbessert werden solle und wie dies mit dem Leinefelder Vorhaben zusammenhänge.
Eine erneute Aussprache ließ Patrick Westphalen zu diesem Zeitpunkt nicht zu. Der Tagesordnungspunkt sei abgeschlossen. Die Fragen könnten bei der Behandlung im Stadtrat erneut gestellt werden.
Wiederholt fragen wir an dieser Stelle: was meinen eigentlich die Bürger dazu?
Ilka Kühn



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