Leinefelde. Das Repariercafé in der Bachstraße hat zusätzliche Räume erhalten. Zur offiziellen Eröffnung der Erweiterung hatten die Wohnungs- und Verwaltungs GmbH (WVL) und das Stadtteilbüro Leinefelde eingeladen. Zahlreiche Ehrenamtliche, Gäste und Vertreter aus Politik und Verwaltung nutzten die Gelegenheit, um gemeinsam auf die Entwicklung des Projekts zurückzublicken – und nach vorn zu schauen.

„Als wir vor fünf Jahren angefangen haben, konnte niemand ahnen, wie gut sich das Repariercafé entwickeln würde“, sagte WVL-Geschäftsführer Tino Hartleb. Damals stellte die WVL eine kleine Wohnung im sechsten Stock des Gebäudes zur Verfügung. Schnell zeigte sich jedoch, dass der Platz nicht ausreichte und die Erreichbarkeit problematisch war. Der Umzug in die unterste Etage brachte die Wende: barrierefrei, mit eigenem Eingang, in den ehemaligen Räumen einer Kinderarztpraxis.

Mit der jetzigen Erweiterung kamen zusätzlich die Flächen der früheren benachbarten Arztpraxis hinzu. Dadurch stehen nun deutlich mehr Möglichkeiten zur Verfügung. Unter anderem gibt es ein separates Lager, einen eigenen Raum für Fahrradreparaturen sowie Platz für weitere Projekte. Auch die Foto-AG ist noch auf der Suche nach geeigneten Räumen.
Zur Eröffnung waren neben den Ehrenamtlichen auch Stadtbürgermeister Christian Zwingmann, Ortsbürgermeister Patrick Westphalen, Vertreter des Thinka-Projekts der Caritas sowie Mitarbeitende der Stadtverwaltung gekommen. Besonders herzlich begrüßt wurde Katrin Kühl vom Landesverwaltungsamt Thüringen, die eigens aus Erfurt angereist war. Das Land hatte – wie bereits beim ersten Projekt – auch für diese Erweiterung Fördermittel bereitgestellt.
Nicht unerwähnt blieb, dass die WVL für das Repariercafé bewusst auf nicht unerhebliche Mieteinnahmen verzichtet. „Es ist kein finanzieller Vorteil, sondern ein soziales Engagement für dieses Wohngebiet“, wurde betont. Ein unverzichtbarer Partner sei dabei das Stadtteilbüro mit Markus Friedrich und Diana Braune, die für ihre Arbeit viel Lob erhielten.
Christian Zwingmann hob hervor, dass sich das Südstadtviertel seit Beginn der Arbeit von Markus Friedrich spürbar verändert habe. Der persönliche Kontakt zu den Menschen, das direkte Nachfragen nach Wünschen und Bedürfnissen sei entscheidend gewesen. Rund 1.000 Haustüren seien geklingelt worden, um mit den Bewohnern ins Gespräch zu kommen. Ziel bleibe es, weitere Projekte zu entwickeln, die das Miteinander im Stadtteil stärken.
Darüber hinaus soll das Repariercafé künftig noch stärker als offener Treffpunkt genutzt werden. Vereine erhalten die Möglichkeit, die Räume für kleinere Sitzungen, Absprachen oder Treffen zu nutzen. Im erweiterten Bereich ist außerdem ein Kreativzimmer entstanden. Dort können Kinder ebenso wie Erwachsene basteln, werken und eigene Ideen umsetzen. Auch wer Geschenke selbst gestalten möchte, zu Hause aber keinen Platz oder keine Werkbank hat, kann dies künftig im Repariercafé tun. Damit entwickelt sich das Angebot weiter zu einem vielseitigen Ort für gemeinsames Arbeiten, Austausch und Kreativität.
Inzwischen nutzen nicht nur Menschen aus dem Quartier das Repariercafé. Auch Besucher von außerhalb, teils über das Eichsfeld hinaus, nehmen das Angebot an – ein deutliches Zeichen dafür, welchen Stellenwert das Projekt mittlerweile erreicht hat.
Das Repariercafé steht dabei für weit mehr als das Instandsetzen defekter Geräte. Es folgt einem klaren Leitsatz:
Reparieren, die Umwelt schonen, Geld sparen, Teil einer Gemeinschaft sein.
Ilka Kühn

