Worbis. Rund 700 Vereine gibt es im Landkreis Eichsfeld. Viele von ihnen haben Ideen und Projekte, stoßen aber immer wieder auf dieselben Fragen: Wo gibt es Fördermöglichkeiten? Wer hilft bei Anträgen? Wie findet man neue Mitstreiter? Genau hier soll die neue Freiwilligenagentur des Landkreises Eichsfeld ansetzen. Sie wurde gestern offiziell in Worbis eröffnet.

Landrätin Dr. Marion Frant konnte dazu zahlreiche interessierte Gäste begrüßen, auch Vertreter der Stadt Leinefelde-Worbis, Vereine, Ehrenamtliche. Schon die gute Resonanz bei der Eröffnung zeigte, welchen Stellenwert das Ehrenamt im Eichsfeld hat und dass der Bedarf an Beratung und Unterstützung groß ist.
Die neue Freiwilligenagentur befindet sich in der ehemaligen Sparkassenfiliale in der Langen Straße 66 in Worbis. Zwei Mitarbeiter stehen dort Vereinen, Initiativen und Menschen zur Seite, die sich ehrenamtlich engagieren oder künftig engagieren möchten. Betreut wird die Freiwilligenagentur von Chantal Anik Dietrich und ihrem Kollegen Dejan Mustapic.
Die Agentur ist dienstags und donnerstags jeweils von 8.30 bis 17 Uhr geöffnet. An den übrigen Tagen sollen die beiden Mitarbeiter vor allem im Kreisgebiet unterwegs sein und Vereine direkt vor Ort aufsuchen.

Ein Schwerpunkt wird die Beratung zu Fördermöglichkeiten sein, betonte in ihrer Vorstellung Chantal Anik Dietrich. Gerade kleinere Vereine wissen häufig nicht, welche Programme es gibt, welche Unterstützung für ein bestimmtes Vorhaben infrage kommt oder wo ein Antrag gestellt werden kann. Dabei gibt es zahlreiche Möglichkeiten, mit denen Projekte, Veranstaltungen oder Anschaffungen unterstützt werden können.

Die Freiwilligenagentur soll deshalb informieren, Kontakte herstellen und dabei helfen, dass gute Ideen nicht schon daran scheitern, dass das Wissen über mögliche Förderungen fehlt.


Nach Angaben von Christoph Matthes stehen für die Freiwilligenagentur 115.000 Euro Förderung zur Verfügung. Daraus werden unter anderem auch die Personalkosten für die beiden Mitarbeiter finanziert. Der Landkreis Eichsfeld bringt zusätzlich einen Eigenanteil von 15.000 Euro auf.
Zur offiziellen Eröffnung war auch Guntram Wothly, Ehrenamtsbeauftragter der Thüringer Staatskanzlei, nach Worbis gekommen. Er überbrachte Grüße der Landesregierung und von Ministerpräsident Mario Voigt. Wothly verwies darauf, dass es Freiwilligenagenturen in Thüringen bereits seit 2002 gibt.
Mit dem Thüringer Ehrenamtsgesetz ist ihre Förderung inzwischen auch gesetzlich verankert. Das Land fördert Freiwilligenagenturen in allen Thüringer Landkreisen und kreisfreien Städten. Zu ihren zentralen Aufgaben gehören die Vermittlung ehrenamtlich Engagierter sowie die Beratung von Vereinen und Ehrenamtlichen.
Guntram Wothly machte außerdem deutlich, dass es eine ganze Reihe von Fördermöglichkeiten für das Ehrenamt gibt. Dazu zählen nach seinen Ausführungen beispielsweise Projekte und Veranstaltungen, Anschaffungen, Trainerlizenzen oder Ehrenamtspauschalen. Gerade dieses Wissen soll künftig auch über die neue Freiwilligenagentur stärker in die Vereine getragen werden.
Auch die Thüringer Ehrenamtsstiftung war bei der Eröffnung vertreten. Elke Neiser hat die Entstehung der Freiwilligenagentur begleitet. Die Ehrenamtsstiftung unterstützt seit vielen Jahren ehrenamtliches Engagement in Thüringen und arbeitet dabei eng mit Partnern vor Ort zusammen.
Die neue Agentur will sich dabei nicht nur auf Förderfragen beschränken. Chantal Anik Dietrich betonte bei der Eröffnung, dass die Beratung bedarfsorientiert erfolgen soll. Schließlich hat nicht jeder Verein die gleichen Probleme. Während die einen Unterstützung bei einem Projekt benötigen, suchen andere Mitglieder, Helfer oder Partner für gemeinsame Vorhaben.
Eine Rolle spielt dabei auch das FreiNetz. Vereine können dort Engagementangebote und Unterstützungsbedarf veröffentlichen. Gleichzeitig können sich Menschen registrieren, die sich ehrenamtlich engagieren möchten. Auf diese Weise sollen beide Seiten leichter zusammenfinden.
Geplant sind außerdem mobile Sprechstunden in den Gemeinden. Damit soll die Beratung nicht allein auf Worbis beschränkt bleiben. Die Mitarbeiter wollen auch dorthin gehen, wo die Vereine arbeiten.
Nach Angaben von Christoph Matthes stehen für die Freiwilligenagentur 115.000 Euro Förderung zur Verfügung. Daraus werden unter anderem auch die Personalkosten für die beiden Mitarbeiter finanziert. Der Landkreis Eichsfeld bringt zusätzlich einen Eigenanteil von 15.000 Euro auf.
Ein erstes größeres Vorhaben steht bereits bevor: Am 2. Dezember um 16 Uhr findet der zweite Eichsfelder Engagementtag statt. Dort sollen sich Vereine und Projekte präsentieren und mit Menschen ins Gespräch kommen, die sich für ein Ehrenamt interessieren.
Die Freiwilligenagentur will das Ehrenamt im Eichsfeld nicht neu erfinden. Sie soll vielmehr eine feste Anlaufstelle für die rund 700 Vereine im Landkreis sein, bestehendes Engagement stärken, Menschen miteinander vernetzen und dabei helfen, neue Ideen auf den Weg zu bringen.
Und vielleicht eins noch am Rande: Schön, dass mit dieser Agentru in der Langen Straße in Worbis eine Lücke geschlossen werden konnte und die Straße dadurch wieder anziehender wird.
Ilka Kühn

