Heute tagt der Aufsichtsrat der stadteigenen Land- und Forstwirtschaftbetrieb Gmbh.  Die Aufsichtsratssitzungen sind nicht öffentlich. Das heißt, es haben weder Bürger noch Presse Zugang zu diesen Sitzungen. Deshalb habe ich im Vorfeld dem Aufsichtsratsvorsitzenden, Christian Zwingmann,  Bürgermeister von Leinefelde-Worbis  einige Fragen gestellt:

Fragen an den Aufsichtsratsvorsitzenden:

  1. Wie bewertet der Aufsichtsrat die öffentliche Wahrnehmbarkeit der Land- und Forstwirtschaft der Stadt Leinefelde-Worbis GmbH seit ihrer Gründung?

Die öffentliche Wahrnehmbarkeit entspricht dem Unternehmenszweck der GmbH. Diese ist eine Beteiligungsgesellschaft und hält Anteile an einem Landwirtschaftsbetrieb. Letzterer nimmt das operative Geschäft wahr.

  1. Welche konkreten Aufgaben erfüllt die GmbH derzeit aus Sicht des Aufsichtsrats?

Das Halten einer Beteiligung an einem Landwirtschaftsbetrieb.

  1. In welchem Umfang ist oder war die Gesellschaft im Winterdienst oder in anderen städtischen Aufgabenbereichen eingebunden?

    Da es sich um eine Beteiligungsgesellschaft handelt – ohne eine Technik und Personal –  kann sie in solche Aufgaben nicht eingebunden werden.

  1. Gibt es aus Sicht des Aufsichtsrats eine Rolle der GmbH im Zusammenhang mit der Thüringer Landesgartenschau 2026? Falls ja: welche?

Der Landwirtschaftsbetrieb legt als Unterstützung für die Landesgartenschau verschiedene Blühstreifen an den Einfallstoren der Stadt an und übernimmt darüber hinaus die Flächenvorbereitung und Einsaat auf einer Teilfläche der Landwirtschaft im Bereich der Gartenstadt.

  1. Wie stellt der Aufsichtsrat sicher, dass Öffentlichkeit und Stadtrat regelmäßig über Tätigkeit, Zielerreichung und wirtschaftliche Entwicklung der GmbH informiert werden?

Für eine GmbH ist der Aufsichtsrat zuständig. Dieser wird informiert. Der Stadtrat ist für die Feststellung des Jahresabschlusses und die Entlastung verantwortlich. Dies erfolgt in öffentlichen Stadtratssitzungen.       


Warum man die städtische GmbH kaum sieht

Die Land- und Forstwirtschaft der Stadt Leinefelde-Worbis GmbH ist kein landwirtschaftlicher Betrieb mit Traktoren und Personal. Sie ist eine Beteiligungsgesellschaft der Stadt und hält Anteile an einem Landwirtschaftsbetrieb, der das operative Geschäft übernimmt. Deshalb tritt nicht die GmbH, sondern der Betrieb öffentlich in Erscheinung. Sollte, denn auch von ihm sieht und hört man nichts.

Der Einfluss der GmbH liegt auf strategischer Ebene: bei Investitionen, der langfristigen Ausrichtung und insbesondere bei Fragen rund um landwirtschaftliche Flächen. Mit einem Stammkapital von rund 2,3 Millionen Euro sichert die Stadt so Einfluss auf Boden und Entwicklung. Praktische Aufgaben wie Winterdienst oder Bauhof gehören ausdrücklich nicht zu den Aufgaben der GmbH.

Mal überspitzt gesagt: Die städtische GmbH steuert nicht den Traktor,
aber sie sitzt mit am Tisch, wenn es um Land, Geld und Richtung geht.

Ilka Kühn