Worbis. Manche Konzertabende vergisst man nicht. Und manchmal reicht ein Bandname, damit die Erinnerungen wieder da sind. Karussell gehört dazu. Heute Abend, am 2. Oktober, kommt die Band zum 50jährigen Jubiläum in die Kirche St. Peter und Paul in Worbis.

Erinnerung an 1989.


Ich erinnere mich noch gut an den September 1989, als Karussell live in der Obereichsfeldhalle in Leinefelde spielte. Die Stimmung war riesig. Dabei hatte es eine DDR-Band im Eichsfeld nicht unbedingt leicht: Hier hörte man oft lieber die Bands aus dem Westen. Doch Karussell kam an. Und wie!


Es war ein musikalisch bunt gemischter Abend, bei dem verschiedene Bands von Heavy Metal bis zum klassischen Rock auf der Bühne standen. Bezahlt wurde die Veranstaltung vom Eichsfelder Zementwerk. Eine Zeit, in der schon etwas in Bewegung geraten war, in der Veränderungen spürbar wurden. Wenige Wochen später sollte sich das Land grundlegend verändern.


Was Karussell besonders machte, war neben der Musik vor allem die Kraft der Texte. Da gab es etwas zum Zuhören, zum Nachdenken und zum Wiedererkennen. Das blieb hängen – über den Konzertabend hinaus.


Auch in Worbis hat die Band bereits Erinnerungen hinterlassen: Karussell war schon einmal im Pfarrhof zu Gast. Heute gibt es nun ein Wiedersehen. Für manche dürfte damit auch ein Stück der eigenen Geschichte zurückkehren, für andere wird es die Gelegenheit, die Band erstmals live zu erleben.


Zum Jubiläumsabend gehört außerdem ein Film zur Bandgeschichte. Einlass in die Kirche St. Peter und Paul, Krengeljägerstraße 1, ist ab 18 Uhr, das Konzert beginnt um 19 Uhr. Karten gibt es noch an der Abendkasse.


Die Vorfreude ist jedenfalls da. Auf die Musik, auf die Texte – und auf einen Abend, an den man sich vielleicht wieder lange erinnern wird.

Ilka Kühn