Wolfgang Hütten hat sich vielfach im Ort eingebracht. Vor allem auch in der Feuerwehr. Vieles hat er in Bildern und Videos dokumentiert. Foto: Ilka Kühn

Beuren. Die Nachricht vom Tod von Wolfgang Hütten hat in Beuren und darüber hinaus tiefe Betroffenheit ausgelöst. In sozialen Netzwerken drücken viele Menschen ihre Fassungslosigkeit und ihre Trauer aus, zahlreiche Profilbilder von Vereinen sind schwarz-weiß gefärbt, Kommentare erinnern an einen Menschen, der Spuren hinterlassen hat.

Sein Sohn Peter Kraft machte am 29. Januar öffentlich, dass Wolfgang Hütten am Vortag einen begleiteten Suizid gewählt habe. In seinem Beitrag schrieb er, sein Vater habe seinen Weg in Würde und selbstbestimmt beendet. Die Familie sei traurig, zugleich aber dankbar, dass dieser letzte Schritt möglich gewesen sei. Auf ausdrücklichen Wunsch von Wolfgang Hütten wird es keine Trauerfeier geben.

Wolfgang Hütten war vielen auch über das Eichsfeld hinaus bekannt. In den 1990er-Jahren gehörte er zu den prägenden Persönlichkeiten des Polizeiaufbaus in Thüringen nach der Wiedervereinigung. Als Polizeidirektor leitete er die Polizeidirektion Mühlhausen, zu deren Zuständigkeitsbereich damals auch Bad Langensalza und weitere Teile des heutigen Unstrut-Hainich-Kreises zählten. In dieser Funktion trug er maßgebliche Verantwortung für den Neuaufbau polizeilicher Strukturen in einer Zeit großer Umbrüche.

Ich selbst habe Wolfgang Hütten während meiner Arbeit bei Antenne Thüringen kennengelernt und über Jahre hinweg als Gesprächspartner erlebt. Er war ein Mensch mit klarer Haltung, großer Sachlichkeit und einem ausgeprägten Sinn für Verantwortung. Seine ruhige Art und sein Respekt im Umgang mit anderen haben ihn für mich – und für viele andere – zu einer geschätzten Persönlichkeit gemacht.

Kollegen beschrieben ihn als ausgleichenden und verlässlichen Vorgesetzten. Er galt als Integrationsfigur, die den Übergang von der Volkspolizei zur modernen Landespolizei mit Augenmaß und menschlichem Gespür begleitete. Nach seiner Zeit in Mühlhausen übernahm er weitere Führungsaufgaben innerhalb der Thüringer Polizei, unter anderem auf Landesebene.

Seinen Lebensabend verbrachte Wolfgang Hütten in Beuren. Dort war er nicht nur als ehemaliger Polizeidirektor bekannt, sondern vor allem als geschätzter Mitbürger wie auch seine Ehefrau, sie verstarb bereits vor zehn Jahren.

Er beschäftigte sich intensiv mit der Geschichte des Eichsfelds und galt als kenntnisreicher Gesprächspartner, wenn es um die Entwicklung der Region nach 1990 ging. Bis zuletzt blieb er eng mit seinem Wohnort verbunden.

Vielen wird Wolfgang Hütten so in Erinnerung bleiben. Foto: Privat

Mit Wolfgang Hütten verliert Beuren eine Persönlichkeit, die berufliche Verantwortung und persönliche Integrität miteinander verband. Die große Anteilnahme zeigt, wie sehr er geschätzt wurde und wie lebendig seine Erinnerung bleiben wird.

Ilka Kühn