
Leinefelde. Wer vom Parkplatz aus in Richtung Innenstadt geht, erlebt zwei Welten. Auf der einen Seite entsteht mit Blick auf die Landesgartenschau 2026 ein neues, freundliches Gesicht der Stadt. Beete werden angelegt, Wege erneuert, Plätze gestaltet. Auf der anderen Seite gibt es Orte, die seit Jahren unverändert bleiben – und die so gar nicht zu diesem Anspruch passen.
Ein Beispiel ist der Fußgängertunnel zwischen der Bahnhofstraße und der Breitenhölzer Straße. Er ist kein Aushängeschild. Im Gegenteil.
Tagsüber ist es dort dunkel, obwohl Menschen hier täglich unterwegs sind – Schüler, Berufspendler, ältere Bürger. Wer durch den Tunnel geht, muss genau hinschauen, um zu sehen, wo er hintritt. Glassplitter sind keine Seltenheit. Immer wieder wird der Bereich als Toilette missbraucht. Der Geruch bleibt. Der Eindruck auch.
Abends und nachts verschärft sich die Situation.Derzeit brennt nur noch eine einzelne Lampe. Der Rest liegt im Schatten. Das Gefühl von Sicherheit sieht anders aus. Gerade in einer Zeit, in der viel über Aufenthaltsqualität und Stadtentwicklung gesprochen wird, wirkt dieser Ort wie aus der Zeit gefallen.

Hinzu kommt: Der Ein- und Ausgang des Tunnels werden regelmäßig mit Schriftzügen und Zeichen beschmiert. Kaum ist etwas überstrichen, taucht Neues auf. Ein ewiger Kreislauf. Für Gäste, die vom Parkplatz aus in Richtung Zentrum gehen, ist das einer der ersten Eindrücke von Leinefelde. Und der zählt.
Es ist nicht nachvollziehbar, warum dieser Bereich seit Jahren ein Problem bleibt. Beleuchtung, regelmäßige Reinigung, vielleicht auch eine gestalterische Aufwertung – vieles wäre möglich. Andere Städte machen vor, wie Unterführungen mit Lichtkonzepten, Kunst oder klarer Pflege zu sicheren und sauberen Wegen werden können.
Leinefelde investiert viel in die Zukunft. Das ist richtig und wichtig. Aber zur Wahrheit gehört auch: Ein schönes Stadtbild entsteht nicht nur durch neue Projekte, sondern auch dadurch, dass man alte Schwachstellen konsequent angeht.
Wer Gäste empfangen will, sollte dafür sorgen, dass der Weg in die Stadt nicht durch eine Dreckecke führt.
Ilka Kühn

