
Leinefelde. Die Landesgartenschau 2026 soll nicht nur Besucher in die Bereiche der LGS ziehen, sondern auch in die Innenstadt.
Das Leinefelder Stadtmarketing macht sich darüber Gedanken und sammelt auch Ideen, wie jetzt im Modehaus Senft.
Foto: Ilka Kühn
Das Modehaus selbst hat bereits ein Schaufenster zur Landesgartenschau gestaltet und setzt damit ein sichtbares Zeichen. Gleichzeitig beteiligt sich das Geschäft an der Rabattaktion: Besucher mit LGS-Tages- oder Dauerkarte erhalten auf ausgewählte Textilien Preisnachlässe. Ein Modell, das bewusst Spielraum lässt – denn viele Händler machen deutlich, dass pauschale Rabatte wirtschaftlich kaum darstellbar sind.
EDamit auch für jeden sichtbar ist, dass das Modehaus Senft auf die Tageskarten 10 Prozent Rabatt anbietet für ausgewählte Textilien, hat Bianca Senft-Conradi die Plaketten dafür sichtbar ans Schaufenster angebracht.
Foto: Ilka Kühn

Aber wie gelingt es, die Menschen vom Gelände auch in die Stadt zu holen? Leinefelde ist eine Stadt mit unverwechselbarer Geschichte, wurde vom Dorf 1969 zur Stadt. Der Ort kann eine beispielhafte Stadtentwicklung vorweisen in Bezug mit der EXPO 2000 und jetzt auch in Fortführung mit der Landesgartenschau.
Michael König vom Stadtmarketing sieht hier eine klare Aufgabe. Ziel sei es, möglichst viele Partner einzubinden und gemeinsame Aktionen zu bündeln. „Wir wollen die Besucher zu Kunden machen“, so die Kernaussage. Bereits jetzt beteiligen sich zahlreiche Geschäfte.
Ein wichtiger Baustein sind die Tageskarten der Landesgartenschau. Sie bieten nicht nur Zugang zum Gelände, sondern auch Vergünstigungen bei derzeit rund 17 Partnern in der Region – vom Bärenpark Worbis bis hin zu weiteren touristischen Einrichtungen. Wer diese Vorteile nutzt, kann den Preis der Eintrittskarte rechnerisch schnell wieder ausgleichen. Wichtig dabei: Die Karten müssen aufbewahrt und bei den jeweiligen Partnern vorgezeigt werden. Ihre Namen stehen auf der Rückseite der Tageskarte.
Doch Rabatte allein werden nicht reichen. In der Runde wurde deutlich, dass es zusätzliche Anreize braucht. Diskutiert wurden unter anderem Veranstaltungen, Livemusik im Bereich des Bahnhofs oder Aktionen entlang der Bahnhofstraße. Gerade dort liegt eine große Chance: Viele Gäste reisen mit dem Zug an – und könnten auf dem Weg zur Landesgartenschau gezielt in die Innenstadt gelenkt werden.
Auch der verkaufsoffene Sonntag am 3. Mai im Rahmen des Leinefelder Automarktes soll dafür genutzt werden. Die Hoffnung: Besucher werden neugierig, bleiben stehen – und entdecken die Geschäfte vor Ort.
Für Bianca Senft-Conradi und ihrem Ehemann René Conradi steht fest: Die Vorfreude auf die Landesgartenschau ist groß. Gleichzeitig verbindet sich damit ein klarer Wunsch – dass möglichst viele Gäste nicht nur das Gelände besuchen, sondern auch das Leben in der Innenstadt kennenlernen. Und vielleicht besucht ja der eine oder andere zu einem späteren Zeitpunkt Leinefelde nochmal.
Denn genau darin liegt die eigentliche Chance der Landesgartenschau: Sie kann weit mehr sein als ein Event. Sie kann zum Impulsgeber für den lokalen Handel werden – wenn es gelingt, die Wege der Besucher bewusst zu lenken.
Übrigens: Ab Mai stehen auch wieder Tische und Stühle vor dem Modehaus, wo man sich hinsetzen und etwas Trinken kann.
Ilka Kühn
