Der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern wird meist mit dem sogenannten Gender Pay Gap beschrieben. Er zeigt, wie groß die Differenz beim durchschnittlichen Bruttostundenverdienst ist. Doch dieser Wert allein greift zu kurz.

Um die wirtschaftliche Ungleichheit umfassender abzubilden, berechnet das Statistisches Bundesamt zusätzlich den sogenannten „Gender Gap Arbeitsmarkt“. Dieser Indikator berücksichtigt neben der Verdienstlücke pro Stunde (Gender Pay Gap) auch Unterschiede in der bezahlten monatlichen Arbeitszeit (Gender Hours Gap) sowie in der Erwerbsbeteiligung von Frauen und Männern (Gender Employment Gap).

Zum Equal Pay Day am 27. Februar 2026 teilte das Statistische Bundesamt mit: Der Gender Gap Arbeitsmarkt lag im Jahr 2025 bei 37 Prozent – und damit auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr. Die Entwicklung stagniert also. Nachdem der Indikator 2024 noch rückläufig war, gibt es aktuell keinen weiteren Fortschritt beim Abbau der Ungleichheit.

Ein Blick auf die Bundesländer zeigt allerdings deutliche Unterschiede zwischen Ost und West. In den östlichen Bundesländern lag der Indikator 2025 bei 22 Prozent und damit deutlich niedriger als im Westen mit 39 Prozent. Am geringsten war die erweiterte Verdienstungleichheit in Mecklenburg-Vorpommern mit 17 Prozent, gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 20 Prozent.

In den westlichen Bundesländern fallen die Werte hingegen deutlich höher aus. Baden-Württemberg und Bayern verzeichneten mit jeweils 41 Prozent die höchsten Werte. Dahinter folgen Hessen, Niedersachsen und das Saarland mit jeweils 40 Prozent.

Ein wesentlicher Grund für dieses Ost-West-Gefälle liegt in der historisch gewachsenen, höheren Erwerbsbeteiligung von Frauen in den östlichen Bundesländern. Frauen arbeiten dort häufiger in Vollzeit. Dadurch sind sowohl die Unterschiede beim Stundenlohn als auch bei der Arbeitszeit und bei der Erwerbsquote insgesamt geringer als in vielen westlichen Bundesländern.

Unterm Strich zeigt sich: Während die regionale Entwicklung unterschiedlich ausfällt, bleibt die gesamtdeutsche Bilanz ernüchternd. Von echter wirtschaftlicher Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt ist Deutschland weiterhin ein gutes Stück entfernt.