eichsfeldnachrichten.de fragte bei den beiden LGS-Geschäftsführer Stefan Nolte und Tobias Otto nach einer kleinen Bilanz nach vier Wochen seit Eröffnung der LGS, hier die Antworten:

Wie fällt Ihr Fazit nach den ersten vier Wochen Landesgartenschau aus?
Unser Fazit fällt insgesamt sehr positiv aus. Die ersten vier Wochen haben gezeigt, dass die
Landesgartenschau von den Menschen angenommen wird – sowohl aus Leinefelde-Worbis
und der Region als auch von Gästen darüber hinaus. Besonders erfreulich ist, dass viele
Besucherinnen und Besucher nicht nur einmal kommen, sondern mit ihrer Dauerkarte
wiederkehren und das Gelände immer wieder neu entdecken. Leinefelde-Worbis präsentiert
sich dabei von seiner besten Seite: mit neu entstandenen Grünräumen, viel Engagement
und einer hohen Aufenthaltsqualität. Kritische Hinweise nehmen wir ernst und versuchen,
erkennbare Mängel zeitnah abzustellen. Insgesamt freuen wir uns über die mehrheitlich
positive Resonanz der Besucherinnen und Besucher.
Wie viele Besucher konnten bisher begrüßt werden?
Nach den ersten vier Wochen konnten wir bereits rund 50.000 Besucherinnen und Besucher
auf der Landesgartenschau begrüßen. Für uns ist das ein starkes Signal, gerade weil die
Gartenschau über 172 Tage läuft und sich das Gelände mit den Jahreszeiten, den
wechselnden Pflanzungen und dem Veranstaltungsprogramm immer wieder verändert.

Entsprechen die Besucherzahlen den Erwartungen?
Die Besucherzahlen liegen nach den ersten Wochen leicht unter unseren ursprünglichen
Erwartungen. Dabei macht sich aus unserer Sicht vor allem das durchwachsene Wetter im
Mai bemerkbar, das gerade bei einem Freiluftangebot eine wichtige Rolle spielt. Hinzu
kommen Rahmenbedingungen wie die weiterhin hohen Mobilitätskosten, insbesondere die
Benzinpreise, die für Tagesausflüge durchaus ein Hemmnis sein können. Entlastende Effekte
durch politische Maßnahmen sind bei uns bislang kaum spürbar. Umso wichtiger ist für uns,
dass die Rückmeldungen der Gäste vor Ort überwiegend positiv ausfallen und viele
Besucherinnen und Besucher die Landesgartenschau als lohnendes Ausflugsziel
wahrnehmen.
Woher kommen die meisten Gäste – eher aus der Region oder auch von weiter weg?
Der Schwerpunkt liegt weiterhin erwartungsgemäß stark in der Region und im Eichsfeld.
Gleichzeitig sehen wir aber zunehmend, dass die Landesgartenschau auch über das
Eichsfeld hinaus wahrgenommen wird. Besonders spürbar ist der steigende Zuspruch aus
unserem erweiterten Einzugsbereich von rund 150 Kilometern – etwa aus Nordhessen,
Südniedersachsen und dem Harz. Schon zur Eröffnung kamen Gäste aus verschiedenen
Teilen Deutschlands; auf den Parkplätzen waren unter anderem Kennzeichen aus Hamburg,
München, Jena, Suhl und Frankfurt zu sehen.
Welche Bereiche der Landesgartenschau kommen bei den Besuchern besonders gut
an?
Sehr gut angenommen werden die großen Garten- und Aufenthaltsbereiche im Augarten und
in der Gartenstadt, aber auch Tüffers Garten mit seinem besonderen Parkcharakter. Ein
besonderer Besuchermagnet ist der Blumenblock mit den floralen Ausstellungen, der DDR-
Nostalgiewohnung und den weiteren Präsentationen. Viele Gäste sagen, dass gerade diese
Verbindung aus Gartenkunst, Stadtgeschichte und ungewöhnlichem Ausstellungsort den
besonderen Reiz der Landesgartenschau ausmacht.

Ebenfalls viel Aufmerksamkeit erhält Kirrode. Dort wird die Geschichte der mittelalterlichen
Wüstung auf anschauliche Weise erlebbar gemacht – mit einem archäologischen Pfad,
Informationen vor Ort und digitalen Ergänzungen. Gerade diese Verbindung aus Naturraum,
Stadtgeschichte und spielerischer Vermittlung kommt bei vielen Besucherinnen und
Besuchern sehr gut an.
Gibt es Angebote oder Orte, die sich als überraschende Publikumsmagneten
entwickelt haben?
Ja, der Blumenblock hat sich noch stärker als erwartet zu einem echten
Alleinstellungsmerkmal entwickelt. Viele Besucherinnen und Besucher sind beeindruckt
davon, wie ein ehemaliger Wohnblock heute als Ausstellungsort funktioniert. Auch die DDR-
Nostalgiewohnung sorgt für viele persönliche Erinnerungen und Gespräche. Sehr gut
angenommen werden außerdem der Shuttle nach Tüffers Garten, die Veranstaltungen auf
der Festwiese sowie die Mitmach- und Kursangebote.
Welche Rückmeldungen erhalten Sie am häufigsten von Besuchern?
Am häufigsten hören wir, dass das Gelände sehr schön angelegt ist, dass man viele Ideen
und Details entdecken kann und dass sich ein wiederholter Besuch lohnt. Besonders gelobt
werden die Blumenpracht, die floralen Ausstellungen im Blumenblock, die neu entstandenen
Grünräume und das vielfältige Veranstaltungsprogramm. Darüber freuen wir uns sehr –
ebenso über die aktuelle Google-Bewertung von 4,1 Sternen. Das ist für eine
Landesgartenschau ein erfreulicher Wert, zumal vergleichbare Veranstaltungen die 4-Sterne-
Marke nach unserer Beobachtung eher selten überschreiten. Gleichzeitig nehmen wir auch
kritische Hinweise ernst, etwa zu Beschilderung, Gastronomie oder einzelnen Abläufen. Wir
versuchen, positive wie kritische Kommentare zeitnah zu beantworten, Rückmeldungen
intern auszuwerten und dort nachzusteuern, wo Verbesserungen möglich sind.
Was hat in den ersten vier Wochen besonders gut funktioniert?
Besonders gut funktioniert hat das Zusammenspiel vieler Beteiligter: vom Einlass über das
Veranstaltungsteam bis hin zu den Gärtnerinnen und Gärtnern, den Ehrenamtlichen, dem
Shuttleverkehr und den Partnern vor Ort. Bemerkenswert ist dabei auch die sehr gute
Stimmung bei allen Akteuren. Man spürt, dass viele Menschen mit großem Engagement
daran arbeiten, diese Landesgartenschau gemeinsam zum Erfolg zu machen. Auch das
Veranstaltungsprogramm hat sich als wichtiger Bestandteil der Gartenschau erwiesen. Mehr
als 1.750 Veranstaltungen sind über die gesamte Laufzeit geplant – von Konzerten über
Kurse bis hin zu unterschiedlichsten Mitmachangeboten.
Profitieren aus Ihrer Sicht auch Gastronomie, Handel und regionale Anbieter?
Ja, davon sind wir überzeugt. Die Landesgartenschau bringt zusätzliche Gäste in die Stadt
und in die Region. Davon profitieren nicht nur Gastronomie, Handel, Beherbergungsbetriebe
und regionale Anbieter, sondern ganz praktisch auch Tankstellen, Supermärkte und
gastronomische Betriebe im Stadtgebiet. Gleichzeitig bietet die Gartenschau vielen Partnern
eine Bühne – etwa über den Gärtnermarkt, den Eichsfeld-Pavillon, regionale Präsentationen
und Veranstaltungen. Die Landesgartenschau ist damit nicht nur ein Gartenschauprojekt,
sondern auch ein Impuls für Stadtentwicklung, Tourismus und regionale Wertschöpfung.
Welche Projekte oder Höhepunkte erwarten die Besucher in den kommenden
Wochen?
In den kommenden Wochen bleibt die Landesgartenschau in Bewegung: Neue
Wechselbepflanzungen sorgen für frische Farben und Eindrücke, die floralen Ausstellungen
im Blumenblock wechseln regelmäßig, und auch das Veranstaltungsprogramm nimmt weiter
Fahrt auf – mit Konzerten, Themenwochen, Kursen, Familienangeboten und regionalen
Präsentationen. Genau das macht den besonderen Reiz der Landesgartenschau aus: Sie ist
kein einmaliger Besuchsort, sondern entwickelt sich über die gesamte Saison hinweg immer
weiter.
Ein besonderer Höhepunkt steht am 12. Juni bevor: Dann steigt am Abend die Mallorca-
Party mit Mickie Krause auf der Festwiese. Bereits am Nachmittag bringen die „Boogie
Banausen“ Swing, Rhythm & Blues und echten Rock’n’Roll auf die Bühne. Ein weiteres
großes Highlight folgt am 27. Juni mit dem MDR-Sommernachtsball auf dem LGS-Festplatz.
Die bekannte Tanz- und Unterhaltungsshow kommt erstmals nach Leinefelde-Worbis und
wird in diesem Jahr sogar komplett live vor Ort produziert. Mit Live-Musik, Show-Acts, großer
Open-Air-Tanzfläche und MDR-Präsenz wird das sicher einer der besonderen
Sommerabende auf der Landesgartenschau.
Da nahezu täglich neue Programmpunkte und besondere Angebote stattfinden, lohnt sich für
Besucherinnen und Besucher jederzeit ein Blick in den digitalen Veranstaltungskalender auf
der LGS-Homepage.
Was würden Sie Menschen sagen, die bisher noch nicht auf der Landesgartenschau
waren?
Kommen Sie vorbei und nehmen Sie sich Zeit. Die Landesgartenschau ist weit mehr als eine
Blumenschau. Sie zeigt, wie sich eine Stadt verändert, wie aus ehemaligen Flächen neue
Grünräume entstehen und wie Natur, Kultur, Geschichte und Begegnung
zusammenkommen. Gleichzeitig ist sie ein Ort, um die Seele baumeln zu lassen,
durchzuatmen und den Alltag für ein paar Stunden hinter sich zu lassen. Wer einmal da war,
entdeckt beim nächsten Besuch wieder etwas Neues – und genau das macht diese
Landesgartenschau besonders. Wir freuen uns auf jeden einzelnen Gast.
Ich bedanke mich für die ausführlichen Antworten anz herzlich bei den beiden Geschäftsführern Stefan Nolte und Tobias Otto.
Ilka Kühn, eichsfeldnachrichten.de
