
Leinefelde. Noch 18 Tage bis zur Landesgartenschau Leinefelde-Worbis 2026 – und beim Blick auf die Zahlen wird klar: Die entscheidende Phase hat längst begonnen.
Bild KI generiert
Nach aktuellem Stand wurden rund 4.000 Dauerkarten verkauft, wie Bürgermeister Christian Zwingmann in der kürzlichen Einwohnerversammlung in Leinefelde bestätigte. Das bedeutet: 4.000 Menschen können das Gelände während der gesamten Laufzeit jederzeit besuchen, ohne erneut Eintritt zu zahlen. Hinzu kommen etwa 12.000 verkaufte Tagestickets.
Auf den ersten Blick klingt das solide. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich die eigentliche Herausforderung.
Denn intern wird davon ausgegangen, dass rund 325.000 Besucher notwendig sind, damit sich die Landesgartenschau wirtschaftlich trägt. Und genau hier liegt der Knackpunkt: Dauerkarten sind für die Finanzierung ein zweischneidiges Schwert.
Zwar sorgen sie frühzeitig für Einnahmen und Planungssicherheit. Gleichzeitig drücken sie aber den rechnerischen „Besucherschnitt“. Denn egal, ob ein Dauerkartenbesitzer zehnmal oder fünfzigmal kommt – er taucht in der Statistik immer wieder als Besucher auf, bringt aber kein zusätzliches Eintrittsgeld.
Das bedeutet: Ein Teil der später gezählten Besucher ist bereits „abgerechnet“.
Rechnet man grob, stehen aktuell rund 16.000 verkaufte Tickets im Raum. Bis zur Marke von 325.000 ist es also noch ein weiter Weg. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, während der Laufzeit genügend zusätzliche Tagesgäste nach Leinefelde zu holen.
Denn genau diese bringen die laufenden Einnahmen.
Die Erfahrung anderer Landesgartenschauen zeigt: Die kritische Masse entsteht nicht vor der Eröffnung, sondern während der Veranstaltung. Gute Wochenenden, starke Events und vor allem das Wetter können den Unterschied machen.
Trotzdem bleibt das Risiko klar sichtbar. Wenn die Besucherzahlen hinter den Erwartungen zurückbleiben, wird schnell die Frage gestellt werden, ob sich der Aufwand gelohnt hat.
Auf der anderen Seite ist die Chance da: 4.000 Dauerkarten sind auch ein starkes Signal aus der Region. Sie zeigen, dass viele Menschen bereit sind, das Projekt zu unterstützen – und die Landesgartenschau mehrfach zu besuchen.
Am Ende wird sich alles an einer Zahl entscheiden: Wie viele Menschen tatsächlich durch die Eingänge gehen.
Ilka Kühn

