Am 12. Januar 1876 wurde der US-amerikanische Schriftsteller Jack London geboren. Seine Abenteuerromane begeistern bis heute ein großes Publikum und wurden vielfach verfilmt. Die einzige DEFA-Adaption eines London-Stoffes ist der 1974 entstandene Film KIT & CO, der im Januar 2026 bei DEFA TV jeweils freitagabends ausgestrahlt wird.

Dean Reed als Kit. Foto: DEFA-Stiftung, Manfred Damm

Im Mittelpunkt steht der Journalist Christopher „Kit“ Bellow, gespielt vom US-Amerikaner Dean Reed, der Anfang der 1970er-Jahre zu den größten Stars der DDR zählte. Reed verkörpert den idealistischen, etwas naiven Abenteurer mit Charme und Selbstironie – eine Rolle, die perfekt auf seine Leinwandpersona zugeschnitten war. Als Glücksritter Shorty steht ihm Rolf Hoppe zur Seite, der dem Film mit seiner Mischung aus Witz, Lebenserfahrung und Bodenständigkeit eine besondere Note verleiht.

Eine zentrale Frauenrolle übernimmt Renate Blume als selbstbewusste Goldgräberin Joy, die Kit früh als unerfahrenen „Greenhorn“ entlarvt und ihm dennoch auf Augenhöhe begegnet. Blume, die später auch privat mit Dean Reed verbunden war, setzt einen deutlichen Kontrapunkt zu den männlichen Abenteurern. Ergänzt wird das Ensemble unter anderem durch Manfred Krug als Gegenspieler sowie Armin Mueller-Stahl, der selbst in einer kleineren Rolle als Saloonbesitzer einen bleibenden Eindruck hinterließ – ein Auftritt, der von der zeitgenössischen Kritik als echtes „Kabinettstück“ gewürdigt wurde.

Manfred Krug (re.). Foto: DEFA-Stiftung, Manfred Damm

Jack London kannte die Welt, über die er schrieb, aus eigener Erfahrung. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, arbeitete früh und zog 1897 selbst während des Goldrausches ins Yukon-Gebiet. Seine Erlebnisse lieferten das authentische Milieu für jene Romane, die ihn ab 1902 weltberühmt machten. Auch in der DDR waren seine Werke sehr beliebt und passten gut in das kulturpolitische Interesse an sozialkritischer Abenteuerliteratur.

KIT & CO feierte seine Premiere kurz vor Weihnachten 1974 im Berliner Kino International. Trotz deutlicher Kritik am episodischen Aufbau und der aus Sicht mancher Rezensenten zu leichten Tonlage entwickelte sich der Film zum Kassenschlager. Mehr als 700.000 Zuschauer sahen ihn im ersten Jahr – damit gehörte er zu den erfolgreichsten DEFA-Filmen des Jahrgangs.

Gedreht wurde nicht in Alaska, sondern an winterlichen Schauplätzen in der damaligen ČSSR und der Sowjetunion. Regisseur Konrad Petzold setzte dabei erneut auf große Bilder, Action und ein starkes Ensemble – Elemente, die seinen Abenteuerfilmen regelmäßig ein Millionenpublikum bescherten.