Der Blick ins Fotoalbum. Foto: Ilka Kühn

Leinefelde. Ein besonderes Erinnerungsprojekt zur Geschichte der ehemaligen Baumwollspinnerei entsteht derzeit für die Thüringer Landesgartenschau 2026. Zwei Studentinnen der Bauhaus-Universität Weimar beschäftigen sich mit der Geschichte des einst größten Industriebetriebs der Stadt und sammeln dafür persönliche Erinnerungen ehemaliger Beschäftigter: Hannah Uhlmann und Lilian Fuchs.

In der Runde wurden viele Erinnerungen wach. Foto: Ilka Kühn

Studentin Hannah Uhlmann hatte Zeitzeugen eingeladen, die früher in der Baumwollspinnerei gearbeitet haben. Ursprünglich war das Treffen als reines Frauenprojekt gedacht, da in der Spinnerei viele Frauen beschäftigt waren. Doch weil sich auch zahlreiche Männer meldeten, kamen schließlich auch einige zu Wort.

Zu Beginn stellte Hannah Uhlmann das Projekt, sich selbst und ihre Kommilitonin vor. Anschließend berichteten die Teilnehmer in einer kurzen Vorstellungsrunde, welche Erinnerungen sie mit der „Spinne“, wie der Betrieb von vielen genannt wurde, verbinden. Schnell wurde deutlich, dass die Baumwollspinnerei für viele weit mehr war als nur ein Arbeitsplatz. Für zahlreiche Beschäftigte war sie ein prägender Teil ihres Lebens.

Die Teilnehmer sind schon auf den Beitrag der Studentinnen gespannt. Foto: Ilka Kühn

Die beiden Studentinnen wollen aus den gesammelten Erinnerungen nun einen sogenannten Klangteppich entwickeln. Die Gespräche werden aufgezeichnet, später geschnitten und als Audioprojekt aufbereitet. Präsentiert werden soll das Ergebnis im Blumenblock zur Landesgartenschau – ergänzt durch Fotos und persönliche Erinnerungsstücke aus der Zeit der Spinnerei.

Der Nachmittag selbst entwickelte sich bereits zu einer kleinen Zeitreise. Viele der ehemaligen Beschäftigten erinnerten sich an den starken Zusammenhalt im Betrieb und daran, dass die Baumwollspinnerei nicht nur wirtschaftlich, sondern auch kulturell eine wichtige Rolle für die Region spielte. Einige Teilnehmer hatten Fotoalben und persönliche Erinnerungen mitgebracht. Auf dem Tisch standen sogar zwei Garnspulen, wie sie früher in der Spinnerei verwendet wurden. Darauf war ein Mikrofon befestigt, das von Teilnehmer zu Teilnehmer weitergereicht wurde, während sie ihre Geschichten erzählten.

Zum Abschluss bedankte sich Hannah Uhlmann bei der Stadt sowie bei allen Frauen und Männern, die das Projekt mit ihren Erinnerungen unterstützen. Schon jetzt ist klar: Die Präsentation im Blumenblock wird ein außergewöhnlicher Beitrag zur Geschichte der Stadt sein und die Erinnerungen an die Baumwollspinnerei auf eine ganz besondere Weise hörbar machen.

Ilka Kühn