
Leinefelde. Das Frauenfrühstück im Eichsfelder Hof ist längst zur festen Größe geworden. Am vergangenen Samstag fand es bereits zum 14. Mal statt – und so viele Teilnehmerinnen wie noch nie waren dabei. Rund 200 Frauen kamen zusammen. In den Jahren zuvor waren es meist etwa 150.
Organisiert wird das Treffen von Maria Westerberg und ihrem Team. Sie machte gleich zu Beginn deutlich, wie sehr sich die Veranstaltung entwickelt hat. „Das Interesse ist einfach riesig“, sagte sie.

Für den musikalischen Einstieg sorgten Johannes und Simon Hofmann. Die Gebrüder Hofmann sind in der Region keine Unbekannten, engagieren sich stark im kirchlichen Bereich und treten regelmäßig auf – oft sogar gemeinsam mit ihrer Familie.
Bevor der eigentliche Vortrag beginnt, steht das gemeinsame Frühstück im Mittelpunkt. Schon Stunden vorher sind rund 20 Frauen im Einsatz. Sie bereiten das Buffet vor, transportieren Geschirr aus dem Johanneshaus, decken ein, räumen ab und spülen – alles ehrenamtlich. In diesem Jahr gab es unter anderem rote Brötchen von der Bäckerei Helbing und Wurstspezialitäten von der Landfleischerei Rabe.
Beim Frühstück wird viel gesprochen, gelacht und erzählt. Viele der Frauen sehen sich nur einmal im Jahr – genau hier. Entsprechend groß ist die Wiedersehensfreude.

Dann wird es ruhiger. Beim Vortrag hören alle zu. Referentin Beate Wehrstein, die aus dem Raum Frankfurt angereist war, sprach zum Thema „Spuren hinterlassen – ein Segen sein“. Gleich zu Beginn erzählte sie eine persönliche Geschichte von einer Reise nach Moskau vor langer Zeit. Ein Koffer zog damals im Flughafen eine weiße Spur hinter sich her – am Ende stellte sich heraus: Es war Vanillepuddingpulver. Diejenigen, die den Koffer zogen, sie und ihr Mann. Beider waren mit anderen jungen Leuten unterwegs in einem internationalen Projekt, wo man auch Gastgeschenke mitbrachte. Ein ungewöhnlicher Einstieg, der sofort Aufmerksamkeit schuf.
Im weiteren Verlauf wurde es sehr persönlich. Beate Wehrstein sprach offen über ihr eigenes Leben, über ihre Ehe und ihre Kinder. Sie erzählte von ihrem schwäbischen Hintergrund und ihrem beruflichen Weg – von der Informatikerin hin zur systemischen Beraterin. Dabei machte sie deutlich, wie sehr Menschen einander prägen.




Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Spuren wir im Leben hinterlassen – positive wie auch negative. Sie ermutigte die Teilnehmerinnen, an Menschen aus ihrer Kindheit zu denken, die ihnen geholfen, sie unterstützt oder geprägt haben. Diese „Segensspuren“ wahrzunehmen und wertzuschätzen, sei entscheidend – auch, um selbst für andere ein Segen sein zu können. Auf den Tischen hatte sie Fragebögen ausgelegt, die jeder für sich beantworten konnte.
Die Frauen konnten ihre Gedanken dazu notieren und sich anschließend miteinander austauschen. Es war spürbar, dass viele diese Fragen bewegten.
Am Ende bleibt ein Vormittag, der nicht nur Gemeinschaft geschaffen, sondern auch zum Nachdenken angeregt hat. Maria Westerberg bedankte sich bei ihrem Team – und bei allen Frauen, die gekommen sind und natürlich ganz besonders bei der Referentin. Und natürlich auch bei Raimund Ringleb, er hatte stellvertretend für Ortwin Hesse die musikalische Pausenuntermalung übernommen.
Und wer möchte, kann sich online beim Kamingespräch noch einmal mit Beate Wehrstein in ein paar Tagen – 30. März – in einer Videokonferenz treffen. https://frauen-mit-profil.de/#kontakt
Ilka Kühn

