Arbeitslosenquote im Eichsfeld bei 4,3 Prozent

Der Arbeitsmarkt in Nordthüringen hat das Jahr 2025 mit insgesamt positiven Signalen beendet. Im Dezember waren im Agenturbezirk Thüringen Nord (vier Landkreise)12.290 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 2,9 Prozent weniger als im Dezember des Vorjahres.
Die durchschnittliche Zahl der Arbeitslosen lag über das gesamte Jahr hinweg bei 12.539 Personen und damit um 200 niedriger als 2024. Die Arbeitslosenquote sank leicht von 6,9 auf 6,8 Prozent.
Sorgen bereitet der Agentur für Arbeit jedoch die Entwicklung bei jungen Menschen. Die Jugendarbeitslosigkeit lag im Dezember höher als vor einem Jahr. Besonders betroffen sind Menschen ohne Berufsabschluss und ohne Berufserfahrung. In wirtschaftlich angespannten Zeiten verlieren sie häufiger ihre Arbeitsplätze. „Deshalb werden wir unsere Anstrengungen auch im neuen Jahr vor allem auf Bildung konzentrieren“, erklärte Karsten Froböse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Thüringen Nord, beim Jahresrückblick. Ausbildung bleibe dabei die wichtigste Säule.
Ein positives Signal kommt aus der Ausbildungsbilanz: Im vergangenen Jahr wurden 3,5 Prozent mehr neue Ausbildungsverträge abgeschlossen als 2024. Dazu trägt auch das vor vier Jahren gestartete Projekt „Tag in der Praxis“ bei, mit dem Jugendliche frühzeitig an Betriebe herangeführt werden.
Langfristig steht der Arbeitsmarkt in Nordthüringen jedoch vor großen Herausforderungen. Mehr als ein Viertel aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist älter als 55 Jahre und scheidet zunehmend aus dem Erwerbsleben aus. Gleichzeitig sind weniger als zehn Prozent der Beschäftigten jünger als 25 Jahre. Das verfügbare Arbeitskräftepotenzial nimmt damit weiter ab.
Um den Bedarf der Unternehmen zu decken, gewinnt die Beschäftigung ausländischer Arbeitskräfte weiter an Bedeutung. Ende Juni 2025 waren 9.587 Ausländer sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 239 mehr als ein Jahr zuvor. Ihr Anteil an der Gesamtbeschäftigung lag bei 8,3 Prozent. Während die Zahl der Beschäftigten aus dem Europäischen Wirtschaftsraum und der Schweiz zurückging, nahm die Zahl der Beschäftigten aus Drittstaaten deutlich zu. Inzwischen arbeiten fast 5.000 Menschen aus diesen Ländern in Nordthüringen – ein Plus von 20,2 Prozent gegenüber Juni 2024.
Entwicklung im Eichsfeld
Im Landkreis Eichsfeld stieg die Zahl der Arbeitslosen von November auf Dezember um 121 auf insgesamt 2.392 Personen. Im Vergleich zum Dezember des Vorjahres waren das jedoch 82 Arbeitslose weniger. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,3 Prozent und damit leicht unter dem Vorjahreswert von 4,4 Prozent.
Im Dezember meldeten sich 499 Menschen neu oder erneut arbeitslos, 29 weniger als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig beendeten 380 Personen ihre Arbeitslosigkeit. Seit Jahresbeginn wurden insgesamt 5.872 Arbeitslosmeldungen registriert, 419 weniger als im gleichen Zeitraum 2024.
Der Stellenmarkt zeigte sich zum Jahresende etwas belebter. Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen stieg im Dezember um 52 auf 823. Dennoch lagen damit 138 Stellen weniger vor als im Vorjahresmonat. Arbeitgeber meldeten im Dezember 122 neue Arbeitsstellen, 29 mehr als ein Jahr zuvor. Insgesamt gingen im Jahresverlauf 793 Stellenangebote ein, ein Rückgang um 279 gegenüber 2024.

