Leinefelde. Das Interesse am bevorstehenden Stadtjubiläum ist groß: Zahlreiche Vertreter von Vereinen, Ehrenamtler und interessierte Bürger folgten am Freitagabend der Einladung von Ortsteilbürgermeister Patrick Westphalen ins gut gefüllte Leinefelder Schützenhaus. Dort stellte er vor, was für die 800-Jahr-Feier 2027 bislang geplant ist – und wo noch Unterstützung gebraucht wird.


Unter dem Motto „Geschichte erleben, Gemeinschaft feiern“ hat Patrick Westphalen mit einem kleinen Team bereits ein umfangreiches Programm vorbereitet. 32 Veranstaltungen waren zum Zeitpunkt der Vorstellung aufgeführt, bis zu 40 könnten es werden. Hinzu kommen weitere Aktivitäten der Vereine, die bislang noch nicht alle berücksichtigt sind. Das Jubiläum soll damit weit über ein einzelnes Festwochenende hinausreichen.
Eine wichtige Grundlage ist für den Ortsteilbürgermeister das Ehrenamt. Wie viel es bewegen kann, habe gerade die Landesgartenschau gezeigt. Patrick Westphalen räumte ein, selbst zunächst skeptisch gewesen zu sein. Mit der Eröffnung und dem Einsatz der Ehrenamtlichen habe sich das jedoch grundlegend geändert. An dieses Engagement möchte das Organisationsteam nun anknüpfen.
Vom Dorf zur Stadt – Geschichte auf der Straße
Ein Höhepunkt soll der historische Festumzug am 4. Juli 2027 werden. Er soll die Entwicklung Leinefeldes von der ersten urkundlichen Erwähnung 1227 bis in die Gegenwart nachzeichnen. Auch das Motto eines früheren Umzuges, „Vom Dorf zur Stadt“, soll dabei wieder aufgegriffen werden.
Die geplanten Bilder reichen von frühen historischen Epochen über die Zeit unter preußischer Herrschaft bis zur Eisenbahn und zur Entwicklung Leinefeldes als Verkehrsknotenpunkt. Gerade die Bahn soll einen wichtigen Platz bekommen. Gesucht werden dafür beispielsweise ehemalige Eisenbahner, die in historischen Uniformen mitlaufen, sowie passende Ausstattungsstücke oder Fahrzeuge.
Auch altes Handwerk und frühere Gewerbebetriebe sollen sichtbar werden. Patrick Westphalen nannte unter anderem die Senfherstellung, die Fell- und Darmverarbeitung sowie die Perückenherstellung. Ein historisches Klassenzimmer auf einem Anhänger könnte zeigen, wie früher unterrichtet wurde. Ebenso soll Johann Carl Fuhlrott im Umzug seinen Platz finden.
Weitere Abschnitte sollen sich der DDR-Zeit, der Baumwollspinnerei, der Stadtwerdung 1969 und der Wende widmen. Auch die Stadtentwicklung im Zusammenhang mit der Expo soll aufgegriffen werden.
Mitstreiter für die historischen Bilder gesucht
Für zahlreiche Bilder gibt es bereits Vorstellungen. Jetzt werden Menschen gebraucht, die sie mit Leben füllen. Wer einen Traktor mit Anhänger, ein historisches Fahrzeug, alte Arbeitskleidung oder andere passende Gegenstände besitzt, kann ebenso helfen wie jemand, der einfach mitlaufen möchte.
Der Ortsteilbürgermeister sprach ausdrücklich auch jüngere Teilnehmer an. Wer eine Szene aus der DDR-Zeit darstellt, muss diese nicht selbst erlebt haben. Entscheidend sei die Bereitschaft, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Für die musikalische Begleitung sind nach Angaben von Patrick Westphalen bereits vier Fanfarenzüge und zwei Blaskapellen verpflichtet.
Ein besonderer Wunsch des Ortsteilbürgermeisters ist, möglichst viele der rund 150 Ehrenamtlichen der Landesgartenschau noch einmal zusammenzubringen. Mit ihren bekannten Kleidungsstücken und Taschen könnten sie als gemeinsame Gruppe sichtbar machen, wie viele Menschen sich für die Gartenschau eingesetzt haben.
Vereine, Unternehmen und Nachbarorte gehören dazu
Der Umzug soll neben der Geschichte auch das heutige Leinefelde zeigen. Sportvereine, Karnevalisten, Schützen und weitere Gemeinschaften sind ebenso angesprochen wie die Feuerwehr und örtliche Unternehmen. Auch die Nachbarorte sollen sich beteiligen können. Erste Rückmeldungen dazu liegen laut Patrick Westphalen bereits vor.
Während das kleine Team bislang die Vorbereitungen getragen hat, braucht es beim Festumzug zusätzliche organisatorische Unterstützung durch die Stadtverwaltung. Der Ortsteilbürgermeister verwies auf die zahlreichen Sicherheitsanforderungen. Verkehrsregelungen und die Abstimmung mit Ordnungsamt, Polizei und Feuerwehr könne das Ehrenamt allein nicht leisten.
Kirchengeschichte, Kirmes und Kinderfest
Für das Wochenende am 10. und 11. Juli ist ein Schwerpunkt zur Kirchengeschichte vorgesehen. Geplant sind unter anderem ein Vortrag zur alten Kirche St. Maria Magdalena und ein Blick auf die besondere Baugeschichte der Bonifatiuskirche. Auch die evangelische Kirche soll einbezogen werden. Weitere Vorträge und eine mögliche musikalische Veranstaltung sind im Gespräch. Die genauen Termine und Veranstaltungsorte werden noch bekanntgegeben.
Zum Jubiläumsjahr gehören außerdem das Kirmeswochenende und das inzwischen etablierte Kinderfest von WVL, LWG und Stadtteilbüro. Auch historische Aufzeichnungen sollen Stoff für Veranstaltungen liefern, darunter die Reiseerlebnisse eines Händlers aus dem Jahr 1863 sowie das Kriegsende in Leinefelde.
Das Programm bleibt offen für weitere Ideen. Wer sich einbringen möchte, kann Patrick Westphalen direkt ansprechen oder über die Stadtverwaltung Kontakt aufnehmen. Am besten geht es per email:
p.westphalen@otb.leinefelde-worbis.de


