Eichsfeld. Wenn beim Stadtfest jemand zusammenbricht, ältere oder behinderte Menschen unterstützt werden sollen oder nach einem Großbrand viele Menschen Hilfe brauchen, sind die Helfer des Deutschen Roten Kreuzes gefragt. Hinter ihren Einsätzen stehen Ausbildung, Fahrzeuge und Ausrüstung – und Menschen, die diese Arbeit finanziell mittragen. Um neue Fördermitglieder zu gewinnen, hat der DRK-Kreisverband Eichsfeld am 26. Oktober eine vierwöchige Werbeaktion begonnen.

Die Werbeteams sind in den Verwaltungsgemeinschaften Ershausen-Geismar, Westerwald und Leinetal sowie in Dingelstädt und Niederorschel unterwegs. Sie gehen von Haus zu Haus, stellen die Arbeit des Kreisverbandes vor und informieren darüber, wie eine Fördermitgliedschaft das Ehrenamt unterstützt.
Dabei gelten klare Regeln: Die Mitarbeiter tragen Rotkreuz-Kleidung und können sich mit einem offiziellen Rotkreuz-Ausweis ausweisen. Wohnungen werden während der Aktion nicht betreten. Auch Bargeld wird nicht gesammelt.
Was regelmäßige Unterstützung bewirken kann, zeigt ein Blick auf die Aufgaben des Verbandes. Ehrenamtliche Sanitäter betreuen Veranstaltungen und halten sich für größere Notfälle bereit. Die Wasserwacht engagiert sich in der Wasserrettung, bei Wachdiensten und in Schwimmkursen. In Erste-Hilfe-Kursen lernen Menschen, wie sie im entscheidenden Moment richtig handeln. Im Jugendrotkreuz, in der Wasserwacht und in den Bereitschaften übernehmen Kinder und Jugendliche Verantwortung und erleben, was gemeinsames Helfen bedeutet.
Zum Angebot des Kreisverbandes gehören außerdem soziale Dienste wie häusliche Pflege, Tagespflege, Hausnotruf, betreuter Fahrdienst und Seniorenbetreuung. Sie unterstützen ältere, kranke und behinderte Menschen im Alltag.
Förderbeiträge schaffen für die ehrenamtliche Arbeit ein Stück Planungssicherheit. Fahrzeuge müssen gewartet, Ausrüstung muss erneuert und Helfer müssen ausgebildet werden – auch dann, wenn gerade kein großer Einsatz die Öffentlichkeit beschäftigt. Nach Angaben des DRK ist die Zahl der Fördermitglieder in den vergangenen Jahren zurückgegangen, obwohl die allgemeine Spendenbereitschaft weiterhin hoch sei.
„Wir brauchen kontinuierliche Unterstützung, um unsere Dienste aufrechtzuerhalten und auszubauen“, erklärt Vorstandsvorsitzender Guido Solf.
Auch auf Großschadenslagen und Katastrophen müssen die Einheiten vorbereitet sein. Die DRK-Bereitschaften in den Ortsvereinen halten zusätzliche Fahrzeuge und Ausrüstung vor, um den Rettungsdienst bei Bedarf zu ergänzen. Ob Großbrand, Hochwasser oder ein Unfall mit vielen Verletzten: Damit Hilfe schnell ankommt, muss die Vorbereitung lange vor dem Alarm beginnen.
„Der Unterhalt und die Ausrüstung kosten viel Geld. Ohne Spenden wäre vieles bei uns nicht möglich“, sagt Florian Blacha, im Vorstand für die Nationale Hilfsgesellschaft zuständig.
Wer Fördermitglied wird, hilft somit dabei, die Einsatzbereitschaft der Helfer vor Ort zu sichern. Der Kreisverband verweist außerdem auf seinen Rückholdienst bei Unfällen oder Erkrankungen im In- und Ausland, der im Rahmen der jeweiligen Bedingungen genutzt werden kann.
Die Gespräche an der Haustür sollen in den kommenden Wochen Gelegenheit bieten, die Arbeit des DRK näher kennenzulernen. Denn nicht jeder kann selbst zu Einsätzen ausrücken oder regelmäßig ehrenamtlich mitarbeiten. Mit einem Förderbeitrag lässt sich diese Hilfe dennoch mittragen.


