Thüringen. Bei der Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle werden weitere Gebiete in Thüringen nicht mehr untersucht. Dazu gehören Teile des Unstrut-Hainich-Kreises und des Ilmkreises, die im vergangenen Jahr noch im Verfahren waren.

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat am Dienstag ihren neuen Arbeitsstand veröffentlicht. Bundesweit werden demnach noch 36 Teilgebiete betrachtet. Sie umfassen weniger als fünf Prozent der Fläche Deutschlands. Im vergangenen Jahr waren es noch rund 25 Prozent.

In Thüringen wurden inzwischen alle verbliebenen Gebiete mindestens einmal untersucht und eingeordnet. Neu hinzugekommen ist die Bewertung des Werra-Fulda-Beckens in Südwestthüringen: Das Gebiet gilt als gering geeignet und wird nicht weiter betrachtet.

Auch das Teilgebiet „Thüringer Becken“ wurde weiter eingegrenzt. Während Teile im Unstrut-Hainich-Kreis und im Ilmkreis aus dem Verfahren fallen, ist die Region im und am Landkreis Sömmerda noch nicht abschließend bewertet. Sie kommt damit weiterhin für die Endlagersuche infrage.

Thüringens Umweltminister Tilo Kummer verwies darauf, dass bereits im vergangenen Jahr das gesamte Kristallingestein in Thüringen als ungeeignet oder gering geeignet eingestuft worden sei. Auch das Werra-Fulda-Becken werde nun nicht weiter betrachtet. Die Suche müsse anhand wissenschaftlicher Kriterien und unter Beteiligung der Öffentlichkeit fortgesetzt werden, erklärte der Minister.

Entscheidung über Standortregionen steht noch aus

Die Suche nach einem Endlager ist mit dem neuen Arbeitsstand noch nicht abgeschlossen. Ende 2027 will die BGE fünf bis zehn Standortregionen für eine Erkundung von der Erdoberfläche aus vorschlagen. Ob die derzeit noch betrachteten Gebiete dazugehören oder vorher ausscheiden, steht noch nicht fest.

Den Vorschlag prüft anschließend das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE). Auch Wissenschaft und Öffentlichkeit sollen beteiligt werden. Welche Regionen tatsächlich erkundet werden, entscheidet schließlich der Bundestag.

Gesucht wird ein Standort, der für eine Million Jahre die bestmögliche Sicherheit für die Lagerung hochradioaktiver Abfälle bietet.

Ausstellung und Forum in Erfurt

Wer sich näher informieren möchte, kann vom 6. bis 15. November eine kostenlose Ausstellung zur Endlagersuche in der Eingangshalle des Erfurter Hauptbahnhofs besuchen.

Am 13. und 14. November findet außerdem das 5. Forum Endlagersuche in Erfurt statt. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich.

Der aktuelle Arbeitsstand lässt sich im Endlagersuche-Navigator der BGE einsehen. Informationen und Anmeldung zum Forum gibt es auf der Internetseite des BASE.