Markus Freidrich vom Stadtteilbüro freut sich, dass das Angebot angenommen wird. Foto: Ilka Kühn

Leinefelde. Lesen ist eigentlich eine ziemlich stille Beschäftigung. Jeder taucht für sich in eine Geschichte ein, blättert weiter, bleibt vielleicht an einem Satz hängen. Dass man dabei trotzdem Gesellschaft haben kann, zeigt der Stille Buchclub, der gestern im Stadtteilbüro in der Bachstraße 2 seinen Auftakt hatte.

Die ersten Interessierten waren mit ihren Büchern gekommen. Zum Beginn gab es eine kleine Vorstellungsrunde und Gelegenheit zum Plaudern. Dann sollte es ruhig werden: Eine Stunde war dafür vorgesehen, dass jeder in seinem eigenen Tempo liest. Anschließend bleibt Zeit, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Die Idee dazu kam aus der Nachbarschaft, berichtete Markus Friedrich vom Stadtteilbüro. Ähnliche Treffen gibt es bereits in anderen Städten. Das Prinzip ist denkbar einfach: Jeder bringt mit, was er gerade liest oder schon länger lesen möchte. Ein gemeinsames Buch müssen die Teilnehmer dafür nicht durcharbeiten.

So unterschiedlich wie die Bücher sind auch die Beweggründe für den Besuch. Manche kennen das Stadtteilbüro bereits durch ihr Ehrenamt, andere entdecken die Angebote gerade erst. Eine Teilnehmerin erzählte, dass sie unheimlich gern lese und zugleich eine Gelegenheit suche, unter Menschen zu kommen, statt allein zu Hause zu sitzen.

Beim ersten Treffen ging es deshalb auch ums Kennenlernen. Die Hoffnung ist, dass sich das Angebot herumspricht und künftig weitere Bücherfreunde dazukommen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Viel braucht es für diese kleine Auszeit also nicht: ein Buch, etwas Zeit und Freude daran, die Lesestunde mit anderen zu teilen.

Ilka Kühn