Leinefelde. Orangefarbene Luftballons an den Baumstämmen machten schon von Weitem neugierig. Die Bahnhofstraße zeigte sich am Donnerstag, 8. Oktober, von einer ungewöhnlichen Seite: Beim Palliativtag wurde über das Leben gesprochen – und darüber, dass auch Sterben, Abschied und Trauer dazugehören.

Die Leiterin von hope, Constanze Hundol, kam an diesem Nachmittag mit ganz vielen Leuten ins Gespräch bei den Sarggesprächen in der Stadtbibliothek. Foto: Ilka Kühn

Die Idee und das Konzept für diesen besonderen Tag hatte Leandra Conradi vom Ambulanten Hospiz- und Palliativzentrum Eichsfeld „hope“ mit Sitz in Birkungen entwickelt. Gemeinsam mit dem Leinefelder Stadtmarketing, zahlreichen Geschäften, Einrichtungen und weiteren Partnern entstand eine Begegnungsmeile unter dem Motto „So bunt wie das Leben – also lasst uns leben bis zum Schluss“.

Viele machten mit und öffneten ihre Türen für Themen, die im Alltag oft wenig Platz finden. Wie vielfältig die Beteiligung war, zeigt ein Blick ins Programm: Das Modehaus Senft bot SeelenSport an, Schuh 27 einen Barfußpfad der Gefühle und Lieblingsplatz Yvonne Kreativangebote. Dräger + Heerhorst widmete sich „Sehen & Dasein“, Augenoptik Freund „Hören & Dasein“. Die Eichsfelder Bücherstube stellte Literatur zu Leben, Sterben und Trauer vor.

Die AOK übernahm Pflegeberatung, die Volksbank das Thema Vorsorge und die Betreuungsbehörde Informationen zu Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Beim Bestattungshaus Lattermann konnten Besucher Sarg und Urne bemalen und sich zur Bestattungsvorsorge informieren. Jüttner behandelte Ernährung und Wundpflege am Lebensende, die Turmapotheke Aromapflege.

Classic Blumen & Geschenke fragte nach Blumen, die an einen Menschen erinnern, die Kreissparkasse danach, was im Leben wirklich zählt. Das Caritashospiz Mutter Teresa und Reisebüro Wolf beschäftigten sich mit Wünschen und Lebenswegen. Reiterhof Biermann und Foto – Elektro Schneegans stellten tiergestützte Begleitung vor. A & G Mode und Bornemann beteiligten sich mit einer Kreide-Aktion.

Hinzu kamen Gehweg-Gespräche beim Stadtteilbüro, der Wünsche-Bus der Helping Angels Gotha und das „Kino fürs Leben“ im Haus Mitte. AGUS und die Ambulante Ethikberatung Eichsfeld waren mit Informationsständen vertreten. Die Stadtbibliothek lud zu Sarggesprächen ein.

Gerade dort zeigte sich, wie nah einem das Thema kommen konnte. Der Tisch, an dem die Besucher Platz nahmen, war tatsächlich ein Sarg, abgedeckt mit einer Glasplatte. Eine ungewohnte Situation, auf die sich mancher vielleicht zum ersten Mal einließ.

Constance Hunold vom hope-Team begleitete diese Gespräche mit viel Einfühlungsvermögen. Sie hörte zu, ging auf Fragen ein und gab Raum für persönliche Gedanken und Sorgen. Vielleicht konnte dabei auch manche Angst ein Stück kleiner werden. Denn über das Sterben zu sprechen, fällt leichter, wenn jemand aufmerksam zuhört und das Thema behutsam aufgreift.

Besonders angetan war Constance Hunold von den Begegnungen mit Menschen unterschiedlicher Nationalitäten. Sie berichtete davon, wie verschieden Menschen mit Sterben und Abschied umgehen und welche persönlichen Sichtweisen sie in die Gespräche einbrachten. Auch viele Jugendliche waren gekommen und beschäftigten sich mit den Fragen rund um das Lebensende.

Der Zuspruch machte den Tag zu einem Erfolg. Viele Menschen kamen miteinander ins Gespräch, blieben stehen und ließen sich auf ein Thema ein, dem man sonst vielleicht lieber ausweicht. Mancher nahm dabei möglicherweise einen neuen Gedanken oder einen veränderten Blick mit nach Hause.

Ein solcher Aktionstag war für die Bahnhofstraße eine Premiere. Die orangefarbenen Luftballons lenkten den Blick auf die Angebote. Die Menschen dahinter sorgten dafür, dass daraus Begegnungen wurden, die in Erinnerung bleiben.

Wie nah einem das Thema kommen konnte, zeigte sich beispielsweise in der Stadtbibliothek. Dort waren Besucher zu „Sarggesprächen“ eingeladen. Der Tisch, an dem sie Platz nahmen, war tatsächlich ein Sarg, abgedeckt mit einer Glasplatte. Eine ungewohnte Situation, auf die sich die Besucher erst einmal einlassen mussten.

Constance Hunold vom hope-Team begleitete diese Gespräche mit viel Einfühlungsvermögen. Sie hörte zu, ging auf Fragen ein und gab Raum für persönliche Gedanken und Sorgen. Vielleicht konnte dabei auch manche Angst ein Stück kleiner werden. Denn über das Sterben zu sprechen, fällt leichter, wenn jemand aufmerksam zuhört und das Thema behutsam aufgreift.

Besonders angetan war Constance Hunold von den Begegnungen mit Menschen unterschiedlicher Nationalitäten. Sie berichtete davon, wie verschieden Menschen mit Sterben und Abschied umgehen und welche persönlichen Sichtweisen sie in die Gespräche einbrachten. Auch viele Jugendliche waren gekommen und beschäftigten sich mit den Fragen rund um das Lebensende.

Der Zuspruch machte den Tag zu einem Erfolg. Viele Menschen kamen miteinander ins Gespräch, blieben stehen und ließen sich auf ein Thema ein, dem man sonst vielleicht lieber ausweicht. Mancher nahm dabei möglicherweise einen neuen Gedanken oder einen veränderten Blick mit nach Hause.

Ein solcher Aktionstag war für die Bahnhofstraße eine Premiere. Er brachte Aufmerksamkeit für die Hospiz- und Palliativarbeit – und zeigte, wie viel eine offene Begegnung bewirken kann.

(Wir danken hope und Michael König für die Fotos).