Eichsfeld. Der Landkreis Eichsfeld hat über seinen WhatsApp-Kanal verkündet, dass 100 Gewinner jeweils zwei Tickets für die Landesgartenschau 2026 erhalten haben. Macht insgesamt 200 Eintrittskarten. Eine nette Aktion – könnte man meinen. Doch angesichts der immer wieder beklagten angespannten Finanzlage des Landkreises darf die Frage erlaubt sein: Was kostet diese Aktion eigentlich dem Steuerzahler?
Eine reguläre Tageskarte für Erwachsene zur Landesgartenschau Leinefelde-Worbis kostet derzeit 22 Euro. Werden 200 solcher Eintrittskarten zugrunde gelegt, entspricht das einem Verkaufswert von immerhin 4.400 Euro.
Ob der Landkreis diese Summe tatsächlich aufgebracht hat, ist allerdings bislang offen. Ebenso ist unklar, ob die Karten zum regulären Preis gekauft, rabattiert abgegeben oder dem Landkreis von der Landesgartenschau kostenlos zur Verfügung gestellt wurden.
Und genau das ist interessant. Denn bei öffentlichen Geldern sollte nachvollziehbar sein, wie solche Aktionen finanziert werden.
Hinzu kommt eine weitere Frage: Werden die Gewinner, wenn sie ihre Freikarten einlösen, ganz regulär als Besucher der Landesgartenschau gezählt? Falls ja, sorgen allein die vom Landkreis verschenkten Karten theoretisch für bis zu 200 zusätzliche Eintritte in der Besucherstatistik.
Das muss keineswegs bedeuten, dass hier gezielt Besucherzahlen erhöht werden sollen. Aber gerade deshalb wäre Transparenz angebracht.
Der Landkreis selbst schreibt zu der Aktion: „Als Landkreis Eichsfeld freuen wir uns, mit dieser Aktion vielen Menschen eine kleine Freude zu bereiten und einen Tag voller LGS-Momente zu schenken.“
Eine kleine Freude sicherlich. Aber wer sie bezahlt und zu welchen Konditionen, sollte ebenfalls öffentlich gemacht werden.
Die Eichsfeldnachrichten werden deshalb beim Landkreis nachfragen.
Ilka Kühn

