
Heilbad Heiligenstadt. Bei bestem Sommerwetter ist am Freitagabend zum dritten Mal der Biergarten im Barockgarten in Heilbad Heiligenstadt eröffnet worden. Zahlreiche Besucher nutzten den milden Abend, um bei Musik, Getränken und guter Stimmung den Auftakt der zehntägigen Veranstaltung zu erleben.
Hinter dem Biergarten stehen die „Blauen Wichtel“ Dominik Werner, Thomas Fütterer und Kevin Weiß. Sie sorgen auch in diesem Jahr dafür, dass sich der Barockgarten für zehn Tage in einen großen Treffpunkt für geselliges Beisammensein verwandelt. Viel Musik und ein besonderes Ambiente gehören ebenso dazu wie ein erheblicher organisatorischer Aufwand.

Von der Bühne war zu hören, dass hinter der Veranstaltung ein Jahr Vorbereitungszeit und ebenso ein Jahr Nachbereitung stecken. Allein für den Aufbau wurde eine Woche benötigt. Für den Biergarten mit seinen rund 600 Sitzplätzen wurden etwa drei Kilometer Stromleitungen und 250 Meter Wasserleitungen verlegt.

Möglich sei eine Veranstaltung in dieser Größenordnung nur mit Unterstützung zahlreicher Partner. Insgesamt 21 Sponsoren sind beteiligt. Ihre Namen sind auf dem Maibaum zu sehen, der auf dem Gelände aufgestellt wurde. Ein besonderer Dank galt der Brauerei Neunspringe und der Volksbank Mitte.
Bürgermeister Thomas Spielmann erinnerte bei der Eröffnung daran, wie sich der Barockgarten als Veranstaltungsort entwickelt hat. Als er sein Amt in Heiligenstadt antrat, habe es dort noch keine Veranstaltungen gegeben. Später sei die Klassiknacht hinzugekommen, inzwischen würden im Barockgarten unter anderem der Weihnachtsmarkt, der Biergarten und weitere Veranstaltungen durchgeführt. Damit habe sich die Anlage zu einem festen Veranstaltungsort der Stadt entwickelt.
Auch Thüringens Landtagspräsident Dr. Thadäus König begrüßte die Gäste. Mit Blick auf den Biergarten zeigte er sich stolz darauf, dass das Eichsfeld im Barockgarten wohl den größten Biergarten des Landkreises zu bieten habe.
Ein besonderer Höhepunkt der Eröffnung war der Bratwurstwettbewerb. Dabei ging es um eine Frage, über die sich im Eichsfeld trefflich diskutieren lässt: Welcher Fleischer macht die beste Bratwurst?

Dem Wettbewerb war eine große Online-Abstimmung vorausgegangen. Insgesamt 36 Fleischereien wurden dabei von den Teilnehmern genannt. Rund 8.600 Menschen beteiligten sich an der Abstimmung. Am Ende schafften es vier Betriebe in die Endrunde:
- Fleischerei Gremler aus Gernrode
- Fleischerei Ibold aus Martinfeld
- Fleischerei Burchardt aus Teistungen
- Eichsfelder Landfleischerei vom Ohmgebirge
Nun sollte eine Jury entscheiden, welche Bratwurst am meisten überzeugt. Ihr gehörten Bürgermeister Thomas Spielmann, Landtagspräsident Dr. Thadäus König, die Vertreterin der Volksbank Karina Schmidt sowie der Eichsfelder Kirmespräsident Lucas Armborst an.
Damit bei der Bewertung niemand wusste, welche Bratwurst von welchem Betrieb stammte, wurde eine „Blindverkostung“ organisiert. Die Jurymitglieder erhielten die Bratwürste in kleinen Scheiben serviert. Auf den einzelnen Proben steckten lediglich kleine Fähnchen zur Kennzeichnung. Ein Rückschluss auf die jeweilige Fleischerei war damit nicht möglich.

Und einfach nur einmal hineinbeißen und sagen „schmeckt“ oder „schmeckt nicht“ reichte an diesem Abend nicht. Bürgermeister Thomas Spielmann stellte vor Beginn der Verkostung die zahlreichen Kriterien vor, nach denen bewertet wurde. Dazu gehörten unter anderem Farbe und Bräunung, Geruch und Aroma, Geschmack und Würzung sowie die Konsistenz der Bratwurst.
Landtagspräsident Dr. Thadäus König verwies dabei darauf, dass er durch seine Arbeit viel in Thüringen unterwegs sei und entsprechend auch schon viele Bratwürste gegessen habe. An die Eichsfelder Bratwurst komme für ihn jedoch keine heran.
Während die Jury konzentriert kostete und Punkte vergab, wurde rund um die Bühne kräftig gegrillt. Gleich vier Grills waren links und rechts der Bühne aufgebaut. Dort bereiteten die Fleischereibetriebe ihre Bratwürste frisch zu. Platz 1 belegte Fleischerei Gremler, auf Platz zwei kam die Fleischerei Ibold, den dritten Platz belegte die Eichsfelder Landfleischerei vom Ohmgebirge und auf Platz vier kam die Fleischerei Burchardt aus Teistungen.
So wurde aus der Eröffnung des Biergartens zugleich ein kleines Fest für eines der bekanntesten kulinarischen Aushängeschilder der Region. Denn darüber, wie eine richtig gute Eichsfelder Bratwurst schmecken muss, dürfte wohl fast jeder Eichsfelder seine ganz eigene Meinung haben.

Für zehn Tage bietet der Biergarten wieder reichlich Gelegenheit, das besondere Ambiente des Barockgartens zu genießen, Freunde zu treffen und bei Musik und Unterhaltung einen geselligen Abend mitten in Heilbad Heiligenstadt zu verbringen.
Ilka Kühn

