
Schachtebich. Wie lebten die Menschen im Eichsfeld im 19. Jahrhundert? Was kam auf den Tisch, wie wurde gewohnt, welche Rolle spielten Kirche und Frömmigkeit, wie verbrachten die Menschen ihre Freizeit – und was galt damals überhaupt als typisch eichsfeldisch? Seltene Einblicke darauf geben die Lebenserinnerungen des früheren Pfarrers von Schachtebich und Burgwalde, Petrus Rhode (1834–1922).
Der Historiker Torsten Müller hat die bislang wenig beachteten Memoiren bearbeitet und kommentiert. Jetzt sind sie als Buch im Verlag Cordier erschienen und werden am Dienstag, 25. August, um 19 Uhr im Gemeindesaal in Schachtebich, Hauptstraße 11, öffentlich vorgestellt.
Besonders interessant sind die Erinnerungen, weil Rhode nicht nur über kirchliche Ereignisse berichtet. Seine Aufzeichnungen führen mitten hinein in den Alltag der ländlichen Bevölkerung. Es geht unter anderem um Familie und Bildung, Ernährung und Genussmittel, Kleidung und Wohnen, Krankheiten, Freizeit und den Umgang mit Fremden.
Damit zeichnet das Buch zugleich ein Bild der Mentalität und der Lebensgewohnheiten der Eichsfelder im 19. Jahrhundert. Die Erinnerungen machen gesellschaftliche Veränderungen sichtbar und erschließen Lebensbereiche, die in klassischen historischen Darstellungen häufig nur eine Nebenrolle spielen.
Torsten Müller ordnet die Aufzeichnungen in seiner Edition historisch, sozial- und kulturgeschichtlich ein. Die Buchvorstellung in Schachtebich bietet nun Gelegenheit, mehr über Petrus Rhode, seine Erinnerungen und das damalige Leben im Eichsfeld zu erfahren.
Die Buchvorstellung ist am 25. August um 19 Uhr im Gemeindesaal Schachtebich.

