Deutscher Tierschutzbund warnt vor Wassermangel
Die Hitzewelle macht Wildtieren in Deutschland zu schaffen. Besonders der Mangel an Wasser ist dramatisch: Viele natürliche Wasserstellen sind ausgetrocknet und stehen den Tieren nicht mehr zur Verfügung. Der Deutsche Tierschutzbund appelliert deshalb an die Bevölkerung, Wildtieren mit einfachen Maßnahmen durch die heißen Tage zu helfen.
„Die Kombination aus extremer Hitze und anhaltender Trockenheit ist für viele Wildtiere eine lebensbedrohliche Herausforderung. Wenn selbst im Wald natürliche Bäche, Teiche und kleine Wasserstellen austrocknen, fehlt es den Tieren an wichtigen Möglichkeiten zum Trinken und Abkühlen. Im schlimmsten Fall drohen sie zu verdursten oder zu ersticken. Denn auch Fische und andere Wassertiere leiden unter den sinkenden Wasserständen und den steigenden Wassertemperaturen“, sagt Paulina Kuhn, Fachreferentin für Wildtiere beim Deutschen Tierschutzbund. „Besonders gefährdet sind neben wasserlebenden Tieren auch Jungtiere, die noch nicht mobil sind und keine weiter entfernten Wasserstellen aufsuchen können.“
Zusätzliche Wasserstellen dringend empfohlen
Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt, an geschützten, schattigen Stellen flache Schalen mit frischem Wasser für Wildvögel, Insekten, Igel und Eichhörnchen aufzustellen. Auch Stadttauben leiden in den aufgeheizten Städten unter Wassermangel.
Als standorttreue Tiere entfernen sie sich nie weit, um nach Wasser zu suchen und sind daher gerade bei der extremen Hitze auf menschliche Hilfe angewiesen. Bereitgestellte Schalen sollten täglich gereinigt und mit frischem Wasser befüllt werden. Steine oder Äste darin bieten auch Insekten sicheren Halt.
Wer beobachtet, dass Fische aufgrund niedriger Wasserstände und steigender Wassertemperaturen in Not geraten, sollte die Situation einer zuständigen Behörde, zum Beispiel dem Wasserwirtschaftsamt, oder einem örtlichen Fischereiverein melden. Rettungsaktionen sollten in Abstimmung mit der zuständigen Behörde erfolgen.
Nahrung und Rückzugsorte werden knapp
Die Hitze sorgt bei vielen Tieren zunehmend auch für Nahrungsmangel. So ziehen sich durch die Trockenheit Regenwürmer sowie Insekten und andere Kriechtiere in tiefere Bodenschichten zurück und sind für Igel und Vögel schwerer erreichbar.
Gleichzeitig bieten versiegelte Flächen immer weniger kühle Rückzugsorte für Tiere. Asphalt, Beton und Steine heizen sich stark auf und geben die gespeicherte Wärme bis in die Nacht ab. Dadurch fehlt auch nachts die notwendige Abkühlung.
Jungvögel können durch überhitzte Nester in Bedrängnis geraten und in ihrer Not aus dem Nest springen. Diese Fälle sogenannter „Hitzespringer” häuften sich in den letzten Wochen. Jungvögel, die nicht flügge sind, sollten von Findern nach Rücksprache in eine Wildtierauffangstation gebracht werden.

