Es ist spannend, unterhaltsam, humorvoll und zugleich bewegend, wenn Schauspielerin und Autorin Ronja Forcher erzählt. Die 30jährige hat trotz ihres jungen Alters bereits ein bewegtes Leben hinter sich.

Leinefelde. Mit fünf Jahren stand sie erstmals vor der Kamera, mit neun Jahren übernahm sie die Rolle der Lilli Gruber in der ZDF-Erfolgsserie „Der Bergdoktor“, mit der sie bis heute Millionen Fernsehzuschauer kennen.

Herzlich begrüßt wurde auch die Familie von Ronja Forcher. Foto: Ilka Kühn

Aufgewachsen ist Ronja Forcher in Innsbruck. Sie spricht von einer behüteten Kindheit – und von einer Freundin, die für sie wie eine Schwester war. Sarah ist auch der Mittelpunkt ihres Buches. Darin verarbeitet Ronja Forcher einen Teil ihrer eigenen Kindheit und erinnert so an ihre beste Freundin, die an der äußerst seltenen Krankheit Progerie litt. Betroffene altern etwa siebenmal schneller als gesunde Menschen. Sarah starb im Alter von nur 13 Jahren an einem Herzinfarkt, bedingt durch die Krankheit.

Doch das Buch ist weit mehr als die Geschichte zweier Mädchen. Ronja Forcher macht deutlich, dass sie kein trauriges Buch schreiben wollte. Vielmehr versteht sie es als Dank an ihre Freundin Sarah und an die gemeinsame, trotz der schweren Krankheit unbeschwerte Kindheit. Genau diese Botschaft kam auch bei der Lesung auf der Landesgartenschau Leinefelde-Worbis eindrucksvoll zum Ausdruck.

Gespannt warteten die Zuschauer auf die Begegnung mit Ronja Forcher. Foto: Ilka Kühn

Die meisten kennen Ronja Forcher als Lilli Gruber aus dem „Bergdoktor“. Umso spannender war es für die Besucher, sie als Autorin kennenzulernen. Mit ihrer natürlichen, offenen und fröhlichen Art zog sie das Publikum sofort in ihren Bann. Sie erzählt ehrlich, herzlich und mit viel Humor – und regt gleichzeitig zum Nachdenken an.

Für Ronja Forcher war es nicht der erste Besuch im Eichsfeld. Nach ihren ersten Lesungen im vergangenen Jahr hat sie die Region kennen und schätzen gelernt. Inzwischen sind sogar Freundschaften entstanden. Es war ihr ausdrücklicher Wunsch, einmal auf der Landesgartenschau eine Lesung zu halten – ein Wunsch, der nun in Erfüllung ging.

Für die Veranstaltung wurde das große Gastronomiezelt bereitgestellt. Zunächst standen dort 250 Stühle. Schnell zeigte sich jedoch, dass diese nicht ausreichen würden. Schließlich waren rund 400 Besucher gekommen, um Ronja Forcher als Autorin zu erleben.

Längst Freunde geworden: Ronja Forcher mit Daniela und Steffen Preiß.Foto: Ilka Kühn

Möglich gemacht hatte den Abend Buchhändler Steffen Preiß gemeinsam mit seiner Ehefrau Daniela Preiß, Assistentin der Geschäftsleitung der Landesgartenschau. Daniela Preiß begrüßte die zahlreichen Gäste und hieß besonders Ronja Forcher sowie ihre Familie aus Österreich willkommen. In ihrer Ansprache betonte sie, wie herzlich, bodenständig und unkompliziert die Schauspielerin trotz ihrer großen Bekanntheit geblieben sei.

Besonders war an diesem Abend auch, dass Ronja Forcher nicht allein angereist war. Begleitet wurde sie von ihren Eltern, ihrem Bruder, ihrer Großmutter und ihrem Ehemann. Die Familie nutzte den Aufenthalt, um das Eichsfeld kennenzulernen. Bereits einen Tag zuvor waren alle angereist und verbrachten den Tag gemeinsam in Heiligenstadt, wo sie auch übernachten.

Dass die Familie im Publikum saß, machte den Abend zusätzlich besonders. Immer wieder bezog Ronja Forcher ihre Angehörigen in ihre Erzählungen ein. So entstanden viele spontane und humorvolle Momente, die auch für herzhaftes Lachen im Publikum sorgten.

Am Buchstand von Steffen Preiß herrschte Hochbetrieb. Foto: Ilka Kühn

Nach der Lesung nahm sich Ronja Forcher viel Zeit für ihre Besucher. Geduldig hörte sie zu, führte persönliche Gespräche, ließ sich fotografieren und signierte Bücher. Für viele Gäste wurde gerade diese Nähe zu den Menschen zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Und wer Ronja Forcher auch muskalisch als Sängerin erleben möchte, sollte ihren Auftritt heute Abend um 19 Uhr auf der Landesgartenschau (goße Bühne beim Haupteingang) nicht verpassen.

Ilka Kühn