Leinefelde. Defibrillatoren können im Ernstfall Leben retten. Genau darum geht es in einem Antrag, den Ortsbürgermeister Patrick Westphalen gestern im Ortsrat Leinefelde gestellt hat. Die Verwaltung soll prüfen, wie in Leinefelde-Worbis ein flächendeckendes Netz an Defibrillatoren aufgebaut werden kann.
Konkret bittet Patrick Westphalen darum, im nächsten Haushaltsplan ausreichend Mittel für die Anschaffung beziehungsweise Installation von Defibrillatoren bereitzustellen. Dazu gehören auch gut sichtbare Hinweisschilder an den jeweiligen Standorten. Bis zu den Haushaltsberatungen soll die Verwaltung außerdem ein Konzept vorlegen, wo solche Geräte sinnvoll aufgestellt werden könnten.
Aus Sicht von Patrick Westphalen ist der Nutzen der sogenannten AED-Geräte (Automatisierter Externer Defibrillator) längst unbestritten. Trotzdem gebe es bisher keine gesetzliche Verpflichtung, solche Geräte vorzuhalten. Deshalb habe die Anschaffung in vielen Einrichtungen, Unternehmen und auch Kommunen oft keine hohe Priorität. Patrick Westphalen spricht in seiner Begründung von einer trügerischen Sicherheit, weil viele Menschen darauf vertrauten, dass im Notfall der Rettungsdienst rechtzeitig vor Ort sei.
Doch gerade bei einem plötzlichen Herzstillstand zählt jede Minute. Laut Antrag steigt die Überlebenswahrscheinlichkeit deutlich, wenn ein Defibrillator innerhalb weniger Minuten eingesetzt werden kann. Selbst die Nähe zu einem Krankenhaus sei kein Garant dafür, dass Hilfe schnell genug komme.
Ziel des Antrages ist deshalb ein ausreichendes Netz an AED-Geräten im gesamten Stadtgebiet. Gerade mit Blick auf eine älter werdende Bevölkerung brauche es eine verlässliche Erste-Hilfe-Infrastruktur in allen Ortsteilen. In kleineren Orten sollte nach den Vorstellungen von Patrick Westphalen mindestens ein Defibrillator zentral erreichbar sein. In größeren Ortsteilen könnte ein Gerät je 2.000 Einwohner vorgesehen werden, mindestens aber an größeren öffentlichen Einrichtungen.
Als mögliche Standorte nennt Patrick Westphalen für Leinefelde unter anderem das Rathaus Wasserturm, das Leinebad, das Verwaltungsgebäude der WVL und weitere öffentliche Einrichtungen. In Birkungen könnte beispielsweise die Feuerwehr als Standort infrage kommen. Wichtig sei aus Sicht des Ortsbürgermeisters, dass die Geräte möglichst im Außenbereich angebracht werden. Nur so seien sie im Ernstfall jederzeit für alle erreichbar.
Patrick Westphalen spricht sich zudem dafür aus, die Geräte nicht einfach zu kaufen, sondern über ein Miet- oder Leasingmodell bereitzustellen. Der Grund: Bei Defibrillatoren gehe es nicht nur um die Anschaffung, sondern vor allem um die dauerhafte Einsatzbereitschaft. Wartung, Austausch von Verbrauchsmaterialien, technische Kontrollen und Funktionsüberwachung müssten zuverlässig organisiert sein.
Als Beispiel nennt der Antrag Komplett-Service-Angebote, bei denen ein Fachunternehmen die Betreiberpflichten übernimmt. Dazu gehören unter anderem eine Überwachung der Geräte per Funkanbindung, automatische Notrufmöglichkeiten, Austauschservice und Schulungen zur Nutzung. Die monatlichen Kosten für Miete oder Leasing werden im Antrag mit etwa 40 bis 85 Euro pro Gerät angegeben.
Der Antrag macht deutlich: Es geht nicht um Luxusausstattung, sondern um eine Frage der schnellen Hilfe im Notfall. Ein Defibrillator, der zur richtigen Zeit am richtigen Ort erreichbar ist, kann den entscheidenden Unterschied machen.

