Heilbad Heiligenstadt/Leinefelde. Während heute viele Blicke auf die Eröffnung der Landesgartenschau gerichtet sind, gerät ein anderer besonderer Anlass fast in den Hintergrund: der Welttag des Buches. Dabei ist dieser Tag für Buchhändler, Leser und vor allem für Schüler von großer Bedeutung – auch hier im Eichsfeld.

Zum Welttag des Buches äußert sich der Leinefelder Buchhändler Steffen Preiß mit deutlichen Worten. Er beobachtet seit Jahren, dass dieser Tag zunehmend an Aufmerksamkeit verliert. Was einst ein fester Termin im Kalender von Schulen, Buchhandlungen und Medien war, spiele heute kaum noch eine Rolle. Die Resonanz gehe zurück, das Interesse nehme ab – und das habe Folgen.


Auch wirtschaftlich wird der Aktionstag für viele Buchhandlungen zur Herausforderung. Gestiegene Kosten und ein wachsender Aufwand führen dazu, dass sich immer mehr Betriebe zurückziehen oder ihr Engagement deutlich reduzieren. „Ich überlege jedes Jahr aufs Neue, ob ich mir das finanziell noch antue“, sagt Steffen Preiß. Der Einsatz werde oft kaum wahrgenommen, die dahinterstehenden Kosten selten gesehen.


Und trotzdem entscheidet er sich auch in diesem Jahr wieder dafür, ein Zeichen zu setzen. Insgesamt 50 Schulklassen aus dem gesamten Eichsfeld unterstützt er im Rahmen der Aktion „Ich schenk dir eine Geschichte“. Dabei stellt er 1.050 Bücher zur Verfügung – eine beachtliche Zahl, die zeigt, wie viel Engagement hinter dieser Initiative steckt.


Gerade für Kinder und Jugendliche ist der Zugang zu Büchern von unschätzbarem Wert. Lesen fördert nicht nur die Sprache, sondern auch Fantasie, Konzentration und Wissen. Aktionen wie diese können ein wichtiger Impuls sein, um junge Menschen wieder stärker für Bücher zu begeistern.


Der Welttag des Buches mag in der öffentlichen Wahrnehmung leiser geworden sein. Doch das Engagement vor Ort zeigt, dass er längst nicht an Bedeutung verloren hat – zumindest für diejenigen, die sich mit Herzblut dafür einsetzen.