
Ottobock veröffentlicht Geschäftsbericht für 2025 | Vorläufige Zahlen bestätigt | Dividendenvorschlag von 0,97 Euro je Aktie
Duderstadt. Ottobock, der globale Marktführer für Human Bionics, hat heute seine finalen und testierten Geschäftsjahreszahlen 2025 veröffentlicht. Bereits am 17. Februar 2026 hatte das Unternehmen die vorläufigen Geschäftsjahreszahlen und die Prognose für 2026 kommuniziert.
- Bereinigtes EBITDA im Kerngeschäft wächst um 29,5 Prozent auf 415,3 Mio. Euro; bereinigte EBITDA-Marge im Kerngeschäft erreicht 26,0 Prozent
- Bereinigtes Konzernergebnis steigt um 83,2 Prozent auf 177,3 Mio. Euro
- Dividendenvorschlag von 0,97 Euro je Aktie bestätigt strategische Ausschüttungsquote von 30 – 40 Prozent des bereinigten Konzernergebnis
Die Ottobock SE & Co. KGaA ist seit dem 09. Oktober 2025 im Prime Standard notiert und gehört seit Ende 2025 zum SDax und TecDax.
„Die Geschäftszahlen spiegeln den Erfolg unserer Arbeit wider. Wir haben uns 2025 über Marktniveau entwickelt. Die Kombination aus innovativen Technologien, Nähe zu unseren Anwendern und integrierter Wertschöpfung bildet die Basis auch für unseren zukünftig Erfolg“, sagt Oliver Jakobi, CEO der Ottobock SE & Co. KGaA.
Konzernentwicklung²
Mit einem Wachstum von 11,7 Prozent erzielte der Konzern Umsatzerlöse im Kerngeschäft von 1.599,7 Mio. Euro (2024: 1.432,5 Mio. Euro). Das organische Umsatzwachstum belief sich auf 10,6 Prozent und lag damit in der prognostizierten Spanne von 10,5 bis 12 Prozent. Das bereinigte EBITDA im Kerngeschäft stieg auf 415,3 Mio. Euro (2024: 320,6 Mio. Euro). Auschlaggebend für die positive Entwicklung waren neben dem starken Wachstum ein. vorteilhafter Produktmix, Skaleneffekte aus der Nutzung bestehender Produktions- und Vertriebsstrukturen sowie weitere Verbesserungen der Einkaufskonditionen. Die bereinigte EBITDA-Marge im Kerngeschäft stieg vor diesem Hintergrund um 3,6 Prozentpunkte auf 26,0 Prozent. Der bereinigte Konzerngewinn erhöhte sich um 83,2 Prozent auf 177,3 Mio. Euro (2024: 96,8 Mio. Euro). Der Konzerngewinn nach Sondereffekten belief sich auf 88,3 Mio. Euro, was einem Ergebnis je Aktie von 1,44 Euro entspricht (2024: 0,48 Euro). Die Sondereffekte umfassten im Wesentlichen Aufwendungen im Zusammenhang mit Re- und Umstrukturierungen sowie mit dem Börsengang. Darüber hinaus wirkten sich Wertminderungen im Zusammenhang mit der geplanten Veräußerung des Geschäftsbereichs Human Mobility auf das Konzernergebnis aus.
Der Free Cashflow erhöhte sich in 2025 um 23,7 Prozent auf 228,0 Mio. Euro (2024: 184,4 Mio. Euro). Der Verschuldungsgrad³ verringerte sich aufgrund des verbesserten bereinigten EBITDAs und des sehr guten Cashflows auf 2,3x (2024: 3,5x).
Segmententwicklung (Kerngeschäft)
Das umsatzseitig größte Segment EMEA verzeichnete im abgelaufenen Jahr einen Umsatzanstieg von 12,7 Prozent auf 1.149,2 Mio. Euro (2024: 1.019,3 Mio. Euro). Treiber waren vor allem die Nachfrage nach neuen Produkten wie dem mechatronischen Prothesen-Kniegelenk Genium X4 und die Erweiterung der prothetischen Fuß-Familie Taleo. Positiv wirkten sich zudem die Akquisitionen im Bereich Patient Care aus. Das organische Umsatzwachstum im Segment betrug 9,5 Prozent. Das bereinigte Segment-EBITDA verbesserte sich um 24,0 Prozent auf 298,2 Mio. Euro (2024: 240,6 Mio. Euro). Die bereinigte EBITDA-Marge belief sich auf 25,9 Prozent nach 23,6 Prozent im Vorjahr.
Der Segmentumsatz Americas stieg um 9,5 Prozent auf 346,0 Mio. Euro (2024: 316,0 Mio. Euro). Das organische Wachstum im Segment betrug 14,0 Prozent. Dazu beigetragen haben insbesondere die Einführung des Genium X4 und die weitere Marktdurchdringung der computergesteuerten Beinorthese C-Brace sowie die Erstattungsfähigkeit des mikroprozessor-gesteuerten Kniegelenks Kenevo für Amputierte mit geringem Mobilitätsgrad. Das bereinigte Segment-EBITDA verbesserte sich um 58,5 Prozent auf 89,1 Mio. Euro (2024: 56,2 Mio. Euro). Die bereinigte EBITDA-Marge verbesserte sich um 8,0 Prozentpunkte auf 25,7 Prozent (2024: 17,8 Prozent)
Das Segment APAC verzeichnete eine Umsatzsteigerung um 7,4 Prozent auf 104,4 Mio. Euro (2024: 97,2 Mio. Euro). Wesentliche Treiber der positiven Umsatzentwicklung waren die starke Nachfrage nach mikroprozessor-gesteuerten Kniegelenken (MPKs), die positive Entwicklung neu eingeführter Produkte sowie die Akquisition des Versorgungsanbieters Northern Prosthetics in Australien. Das organische Wachstum im Segment betrug 11,7 Prozent. Das bereinigte Segment-EBITDA verbesserte sich um 17,4 Prozent auf EUR 28,0 Mio. (2024: 23,8 Mio. Euro). Die bereinigte EBITDA-Marge erhöhte sich um 2,3 Prozentpunkte auf 26,8 Prozent (2024: 24,5 Prozent).
Umsatzerlöse nach Produktkategorien (Kerngeschäft)
Im Produkte & Komponenten-Geschäft (B2B) beliefen sich die Umsatzerlöse im Berichtszeitraum auf 896,2 Mio. Euro (2024: 783,0 Mio. Euro). Das entspricht einem Anstieg um 113,2 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr und einem organischen Wachstum von 15,2 Prozent. Diese Entwicklung ist vor allem auf die Markteinführung neuer Produkte, positive Effekte durch Spike Events sowie auf Erweiterungen im Bereich der Erstattungen zurückzuführen.
Die Umsatzerlöse im Patient Care-Geschäft (B2C) erhöhten sich um 53,9 Mio. Euro bzw. 8,3 Prozent auf 703,4 Mio. Euro (2024: 649,5 Mio. Euro). Das Wachstum resultierte aus einem organischen Wachstum von 4,9 Prozent sowie einem nicht-organischen Wachstum von 4,2 Prozent, das im Wesentlichen auf Akquisitionen von Versorgungsbetrieben sowie aus Gesamtjahreseffekten von Akquisitionen aus dem Vorjahr zurückzuführen sind.
Damit entfielen im Geschäftsjahr 2025 53,4 Prozent der Umsatzerlöse auf die Produktkategorie Produkte & Komponenten (2024: 48,8 Prozent), während Patient Care einen Anteil von 41,9 Prozent (2024: 40,5 Prozent) beitrug.
Dividendenvorschlag von 0,97 Euro je Aktie
Die Geschäftsführung und der Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 19. Mai 2026 eine Dividende in Höhe von 0,97 Euro je Aktie vorschlagen. Das entspricht einer Ausschüttungsquote von 35 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses und bestätigt damit die strategische Dividendenpolitik, die eine Ausschüttung zwischen 30 und 40 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses vorsieht. Die Zustimmung der Hauptversammlung vorausgesetzt, beläuft sich die Ausschüttungssumme auf insgesamt 62,1 Mio. Euro.
„Mit unserem Dividendenvorschlag möchten wir unsere Aktionärinnen und Aktionäre angemessen am starken Unternehmenserfolg teilhaben lassen”, sagt Dr. Arne Kreitz, CFO der Ottobock SE & Co. KGaA.
1 Das Kerngeschäft umfasst die Produktkategorien Produkte & Komponenten (B2B) sowie Patient Care (B2C). Die Produktkategorie Produkte & Komponenten (B2B) umfasst Produkte und Lösungen für Prothetik, Neuro-Orthetik, digitale Orthetik- und Prothetik (O&P)-Lösungen, sonstige Produkte und Dienstleistungen sowie bionische Exoskelette. Die Produktkategorie Patient Care (B2C) umfasst das Geschäft unseres globalen Netzwerks von rund 400 O&P-Patientenversorgungszentren, in denen wir unsere Anwender behandeln und unterstützen.
2 Der Ottobock-Konzern setzt sich zusammen aus dem Kerngeschäft sowie dem Nicht-Kerngeschäft. Das Nicht-Kerngeschäft umfasst Tochtergesellschaften oder Geschäftsbereiche, für die eine Veräußerung oder die Einstellung der Geschäftsbereich bereits erfolgt oder ein Beschluss für die Umsetzung innerhalb der nächsten 18 Monate gefasst ist.
3 Verschuldungsgrad ist definiert als NettoVerschuldung im Verhältnis zum bereinigten EBITDA.
Der Konzerngeschäftsbericht 2025 enthält erstmals auch den zusammengefassten nicht finanziellen Konzernbericht von Ottobock, der in Anlehnung an die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) erstellt wurde.

