Schon wieder steht sie bevor – die Zeitumstellung. Zwei Mal im Jahr wird an der Uhr gedreht, als hätte das irgendeinen Nutzen. Für viele Menschen ist das längst nur noch lästig. Und ehrlich gesagt: überflüssig.

Die Umstellung stammt aus einer anderen Zeit, in der man glaubte, damit Energie zu sparen. Doch die Realität hat sich verändert. Moderne Technik, LED-Beleuchtung und effiziente Heizsysteme machen den angeblichen Spareffekt zunichte. Geblieben sind Schlafstörungen, gereizte Menschen und die Frage, warum wir uns das eigentlich noch antun.

Auch in unserer Region hört man jedes Jahr dieselben Stimmen: „Ich kann mich tagelang nicht umgewöhnen“, „Die Kinder sind völlig aus dem Rhythmus“, „Das bringt doch nichts mehr“. Recht haben sie. Studien belegen, dass die Zeitumstellung gesundheitlich belastet – besonders für ältere Menschen, Schichtarbeiter oder Familien mit kleinen Kindern.

Und trotzdem schafft es die Europäische Union seit Jahren nicht, das Thema endlich zu beenden. 2018 wurde groß verkündet, man wolle die Umstellung abschaffen. Eine Mehrheit der Europäer sprach sich klar dafür aus. Doch passiert ist – nichts. Man streitet darüber, ob künftig die Sommer- oder die Normalzeit gelten soll. Ein klassisches Beispiel dafür, wie Bürokratie und Uneinigkeit sinnvolle Entscheidungen verhindern.

Es ist Zeit, den Zeiger stillzulegen. Wir brauchen keine künstliche Zeitverschiebung mehr. Die Menschen wollen Beständigkeit, nicht jedes halbe Jahr eine Umstellung, die nur Chaos bringt. Vielleicht sollte man in Brüssel einfach mal auf die hören, die es betrifft – die Bürgerinnen und Bürger.

Ilka Kühn

In der Nacht von Samstag auf Sonntag, also am 26. auf den 27. Oktober 2025, werden die Uhren eine Stunde zurückgestellt – von 3:00 Uhr auf 2:00 Uhr.