
Gernrode. Seit drei Jahren wird in der Kirche St. Stephan am 2. Fastensonntag und am Karfreitag ein besonderes Passionsspiel aufgeführt. In eindrucksvollen Szenen werden Stationen des Leidensweges Jesu dargestellt – lebendig, nahbar und bewegend.
„Berührt und tief beeindruckt“ – so lautete das Fazit vieler Besucher nach den vergangenen Aufführungen. Die Kirche war voll besetzt, und dennoch herrschte während des Spiels eine außergewöhnliche Stille. Eine Stunde, die wie im Flug verging. Eine Stunde, die nachwirkte.
Auch in diesem Jahr wird diese besondere Tradition fortgesetzt. Am Sonntag, 1. März 2026, um 17 Uhr sind Gläubige und Interessierte erneut eingeladen, das Passionsspiel in Gernrode mitzuerleben.
Die Szenen wurden überarbeitet und erweitert. Rund 50 Mitwirkende bringen in sieben Stationen den Leidensweg Jesu eindrucksvoll auf die Bühne. Sologesang und Orgelspiel verleihen der Aufführung zusätzliche Tiefe. Neu in diesem Jahr sind zwei bewegende Szenen: Judas, der über seinen Verrat an Jesus nachdenkt, sowie Petrus, der seinen Herrn verleugnet. Beide Momente geben dem Geschehen eine noch stärkere menschliche Dimension.
Der Eintritt ist frei. Stattdessen wird um eine Spende gebeten. Ein Teil der Erlöse soll unter anderem dem Indienpatenschaftskreis Kirchworbis zugutekommen.
Wie bereits im vergangenen Jahr haben Besucher die Möglichkeit, ihre persönlichen Bitten, Sorgen und Wünsche aufzuschreiben. Vor Beginn der Aufführung können diese Zettel in einen Korb vor dem großen Kreuz gelegt werden. Symbolisch werden diese Fürbitten mit Jesus auf seinem Weg nach Golgota mitgetragen und am Ende der Andacht unter dem Kreuz abgelegt – ein stilles Zeichen der Hoffnung und des Vertrauens.
Eine herzliche Einladung gilt allen Gläubigen der vier Kirchorte sowie Gästen aus nah und fern, diesen besonderen Moment der Besinnung in Gernrode mitzuerleben.

