BI Eichsfeld‑Wipperaue: Umfirmierung bestätigt Strategiewechsel – Fördermittel wären haushaltsriskant

Eichsfeld/Bernterode. Die Bürgerinitiative Eichsfeld‑Wipperaue (BI) sieht sich durch öffentlich zugängliche Finanz- und Unternehmensunterlagen bestätigt: South Harz Potash Ltd. (SHP) hat das Kaliprojekt Ohmgebirge im Südharz faktisch aufgegeben und richtet den Fokus auf neue Rohstoffprojekte in Schweden.

Die geplante Umfirmierung in „Turnstone Resources Ltd.“ unterstreicht den strategischen Ausstieg aus Thüringen und die Hinwendung zu einer neuen Börsenstory (Kupfer, Gold, Seltene Erden).

Finanzielle Lage und Governance: SHP wies zum 31.12.2025 eine akut angespannte Liquidität aus; parallel beruhte die Finanzierung über Jahre auf Kapitalerhöhungen. Die deutsche Tochter Südharz Kali GmbH (SHK) ist laut externer Auskunft bilanzüberschuldet (negatives Eigenkapital) – ein Risiko in Richtung Insolvenzreife. Unternehmensmeldungen dokumentieren zudem umfangreiche Vergütungs- und Optionsprogramme für Führungspersonen. In Summe ergibt sich das Bild einer Börsenstory ohne tragfähige Industrialisierungsbasis in Thüringen.

Politik und öffentliche Mittel: Die BI kritisiert, dass Teile von Politik und Verwaltung den Projektversprechen zu viel Vertrauen geschenkt haben. Besonders problematisch ist der Versuch, nun staatliche F&E‑Fördermittel zu erhalten, obwohl das Deutschland‑Projekt ruht und die Schwerpunktverlagerung nach Schweden offen kommuniziert wird. Aus Sicht der BI wären Steuergelder hier fehlplatziert; stattdessen braucht es Transparenz, belastbare Finanznachweise und eine strenge Prüfung der Insolvenzreife.

„Die geplante Umfirmierung bestätigt, dass Thüringen aufgegeben wurde. Wir erwarten jetzt klare politische Konsequenzen, keine öffentlichen Gelder für ein faktisch verlassenes Projekt und volle Transparenz über Risiken und Verantwortlichkeiten.“

Forderungen der Bürgerinitiative:

• Keine Fördermittel an SHK/SHP/„Turnstone Resources“ (Überschuldung/Stillstand, fehlende Fortführungsprognose).

• Prüfung und Sicherung von Rückbau-/Sicherungsleistungen zur Vermeidung herrenloser Bergwerksrisiken.

• Transparenzoffensive: Offenlegung von Verbindlichkeiten, Sicherheiten sowie Vergütungs-/Optionspaketen.

• Rückübertragung bzw. Sicherung der Bergbaulizenzen zugunsten des Landes Thüringen, damit Abbaurechte nicht zum Handelsobjekt werden.


Fußnoten & Primärquellen

ASX-Mitteilung 10.02.2026: „Proposed Name Change to Turnstone Resources Ltd.“ (SHP). Referenz-ID: turn3search2.

ASX-Updates 05.02.2026 / Quartalsbericht 30.01.2026: Schweden-Lizenzen, „strategic patience“, F&E-Steuererstattung. Referenz-IDs: turn3search1, turn3search3, turn4search1.

Quartalsbericht Dezember 2025 (Appendix 5B): Cash 432.000 AUD, operativer Cashflow –659.000 AUD, 0,66 Quartale; Ercosplan-Verbindlichkeit/Hypothek Ebeleben. Referenz-ID: turn3search3.

Creditreform-Auskunft SHK (05.08.2025): EK –9.293.584,89 €, Liquidität 0,00 %, kurzfristiges FK > 11,8 Mio. €. Referenz-ID: turn4search2.

Appendix 3Y (Directors’ Interests/Optionen): Millionen unquotierter Optionen (u. a. 0,056 AUD) für Directors. Referenz-ID: turn4search3.

Ausgangsdokument BI (21.02.2026), bereinigt: Referenz-ID: turn14search1.