Die Fastenzeit wird traditionell genutzt, um für einige Wochen bewusst auf Alkohol und Fleisch zu verzichten. Viele Menschen bemerken mit Unbehagen, dass die Waage einige Pfündchen zuviel anzeigt. Einen nicht unwesentlichen Anteil daran hat neben Süßigkeiten auch der erhöhte Verzehr von Fleisch und Wurst.

Pro Kopf und Jahr werden in Deutschland ca.60 kg Fleisch und Wurst gegessen. Besonders zu Festlichkeiten steigt diese Menge rapide an. Der hohe Verbrauch führt auf Dauer zu gesundheitlichen Risiken wie Übergewicht, Herzerkrankungen und weiteren Zivilisationserkrankungen . Der bewusste Verzicht sowie eine dauerhafte Reduzierung des Fleischkonsums mit einem erhöhten Anteil an Obst und Gemüse in der Ernährung dient einer Verbesserung des Wohlbefindens und einer stabileren Gesundheit.
Aber nicht nur der Mensch, auch Tiere, Natur und Umwelt profitieren von dieser Verhaltensänderung. Der hohe Fleischverzehr ist die Ursache für grausame Massentierhaltung. Nur so ist es möglich, zu Lasten der Tiere extrem viel Fleisch billigst anbieten zu können.
Inzwischen gibt es auf vielen Fleisch-und Wurstverpackungen eine unübersichtliche Anzahl von sogenannten ‚Tierschutz-Label‘ . Aber nicht alles, was sich ‚Tierwohl‘ nennt ,ist auch mit echtem Tierwohl verbunden. Manche Discounter z.B. zeichnen ihre Produkte mit einer ‚Tierwohlskala‘ von 1 bis 4 aus. Die meisten Produkte sind mit Stufe 2 gekennzeichnet. Hier soll dem Verbraucher ein artgerechter Umgang mit den Tieren suggeriert werden. Allerdings werden bei den sogenannten Haltungsstufen 1-4 lediglich die minimalen Haltungsbedingungen angegeben, ein echtes Tierschutzlabel ist dies nicht.
Wer Fleisch oder Wurst mit Stufe 2 kauft, sollte bedenken, dass bis zur derzeit optimalen Haltungsform auf Stufe 5 (Bio-Fleisch) noch eine große Differenz besteht, besonders bei Discountern finden sich sehr viele Produkte aus Massentierhaltung. Wer sich genauer über die verschiedenen Haltungsformen informieren möchte, findet im Internet bei den entsprechenden Lebensmittelketten weiterführende Hinweise.
Der höhere Preis lässt sich durch die Reduzierung der Fleischportionen auf dem eigenen Teller ausgleichen. Der beste Tierschutz wäre der Verzicht auf Fleisch und Wurst. Aber auch schon eine Verringerung der Wochenration bringt allen Vorteile. Viele von Ihnen werden sich vielleicht daran erinnern, dass es früher Brauch war, z.B. an Freitagen keinerlei Fleisch und Wurst zu essen. Mit etwas Überlegung für einen vegetarischen Speiseplan lässt sich leicht an diese Tradition wieder anknüpfen. Wer Anregungen sucht, findet besonders im Internet über verschiedene Suchmaschinen unzählige tolle Rezepte für fleischlose Ernährung – vegetarisch essen muss nicht langweilig sein!
Prinzipiell hat eine vegetarische bzw. vegane Ernährung in vielerlei Hinsicht extreme Vorteile: Für Menschen eine bessere gesundheitliche Grundlage , für Tiere eine artgerechtere Haltung und für unsere Erde einen ressourcenschonenderen Umgang für die Erhaltung unseres Lebensraumes. Viele Menschen haben dies bereits verstanden und ändern ihre Essgewohnheiten. Einer Umfrage des Allensbacher Institutes zufolge sind bereits ca. 10 % der Bevölkerung Vegetarier, Tendenz steigend.
Kleiner Tipp: Für alle, die eine pflanzliche Alternative zur Kuhmilch suchen, empfiehlt sich aus Gründen der Nachhaltigkeit besonders der Haferdrink. Hafer kann in Deutschland angebaut werden und benötigt im Gegensatz zu bspw. Kokos-oder Cashewdrinks keine weiten Transportwege aus Übersee. Wenn alle einen kleinen Beitrag leisten, kann etwas Großes daraus werden!
Eva-Maria Schneider und Karin Ziegler

