Thüringen. Eisenach ist die 100. Kommune des Freistaats, in der Bürgerinnen und Bürger nun den EfA-Onlinedienst „elektronische Wohnsitzanmeldung“ (eWA) nutzen und den Meldebehörden bspw. digital einen Umzug mitteilen können. Im Eichsfeld geht das beispielsweise bereits in Heilbad Heiligenstadt und in Leinefelde-Worbis. Dingelstädt ist noch nicht angeschlossen.

Der Onlinedienst zur elektronischen Wohnsitzanmeldung wurde gemeinsam mit den Städten Erfurt und Meiningen erprobt und befindet sich in Thüringen seit Juni vergangenen Jahres im Flächenrollout. Der gesamte An- bzw. Ummeldeprozess ist digitalisiert: von der Änderung der Adressdaten im Melderegister über die Aktualisierung des Personalausweises und Reisepasses bis hin zur automatisierten Zusendung der neuen Aufkleber durch die Bundesdruckerei. Die Anbindung der bisher 100 kommunalen Meldebehörden im Freistaat an den Onlinedienst erfolgte in Rekordzeit. Ziel ist, alle interessierten Thüringer Meldebehörden bis Jahresende anzubinden.

Die elektronische Wohnsitzanmeldung ist ein Digitalisierungsprojekt der Freien und Hansestadt Hamburg, das im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes (OZG) gemeinsam mit dem Bundesministerium des Innern und für Heimat nach dem Einer-für-Alle-Prinzip (EfA) umgesetzt wird. Dabei übernimmt ein Bundesland die Entwicklung und stellt den Dienst allen anderen zur Verfügung. Im Freistaat finanzieren das Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur (TMDI) sowie das Thüringer Ministerium für Inneres, Kommunales und Landesentwicklung (TMIKL) den gesamten OZG-Dienst, inklusive der Anbindungsarbeiten durch den kommunalen IT-Dienstleister KIV Thüringen GmbH. 

Für die Nutzung der elektronischen Wohnsitzanmeldung wird ein Personalausweis mit aktivierter Online-Ausweisfunktion oder eine eID-Karte, ein behördliches Nutzerkonto wie die BundID sowie die AusweisApp auf einem Smartphone oder Computer benötigt. Wer zur Miete wohnt, fügt die Wohnungsgeberbestätigung digital bei. 

Bundesweit steht die elektronische Wohnsitzanmeldung bereits über 70 Prozent der Bevölkerung online zur Verfügung. Seit der zweiten Jahreshälfte 2024 mussten dank ihr rund 298.000 Bürgerinnen und Bürger für eine Wohnsitzanmeldung und Ausweisaktualisierung keinen Termin vereinbaren und nicht vor Ort in der Behörde erscheinen. Rund 55.000 Stunden Zeit konnten Meldebehörden dadurch sparen. 

„Wir schaffen Digitalisierung, die Verwaltungsprozesse optimiert und Bearbeitungszeiten reduziert. Bürgerinnen und Bürger können bequem den Antrag von jedem Ort aus stellen. Die elektronische Wohnsitzanmeldung ermöglicht eine Antragsbearbeitung in nur noch fünf Minuten statt vorher in durchschnittlich 30 Minuten“, so Minister Schütz abschließend. 

Alle Details zur Nutzung der elektronischen Wohnsitzanmeldung und eine Anleitung zur Aktivierung der eID-Funktion finden sich unter www.wohnsitzanmeldung.gov.de.