
Das Stadtarchiv Heilbad Heiligenstadt ist Teil der Online-Datenbank stadtbuecher.de. In dieser wissenschaftlichen Datenbank werden historische Stadtbücher aus ganz Deutschland
systematisch erfasst und recherchierbar gemacht. Das Portal gehört zum Projekt „Index Librorum Civitatum“, einem Instrument der historischen Grundlagenforschung, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert und von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg betreut wird.
Einen besonderen Quellenbestand der Online-Datenbank stellen die sogenannten Stadtbücher
dar. Stadtbücher sind handschriftlich geführte Amtsbücher (Kodizes), die seit dem 13.
Jahrhundert in städtischen Kanzleien zu Verwaltungszwecken entstanden. In ihnen wurden
Entscheidungen, Regelungen und Rechtsgeschäfte des städtischen Alltags festgehalten. Sie
ermöglichen Einblicke in das Leben mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Städte.
Die Überlieferung dieser Quellen ist heute breit gestreut, für die Forschung bislang nur schwer
zugänglich und schlecht zu überblicken. Besonders das Material aus kleineren Kommunen, die
den Großteil der vormodernen Städte ausmachten, ist bisher wenig bekannt. Das spezialisierte
sowie institutions- und länderübergreifende Rechercheportal stadtbuecher.de schließt diese
Lücke.
Die Zuarbeiten des Stadtarchivs Heilbad Heiligenstadt für das Projekt begannen bereits im Jahr
2019. Seitdem wurden durch das Stadtarchiv mehr als 1.500 Stadtbücher erfasst und für die
Recherche im Portal aufbereitet.
Durch stadtbuecher.de können mittelalterliche und neuzeitliche zeitgeschichtliche
Forschungsvorhaben barriereärmer vorbereitet werden. Stadtbücher sind nun online
recherchierbar und von zu Hause aus nachweisbar. Für das Stadtarchiv Heilbad Heiligenstadt
ermöglicht dies gezielte Anfragen und hilft, Fehlanfragen sowie Negativauskünfte zu vermeiden.
Die Einsichtnahme der Stadtbücher selbst ist weiterhin ausschließlich vor Ort im Lesesaal des
Stadtarchivs möglich.

