Werkstattgespräch zur Erforschung der DDR-Grenzschleusen 

Asbach-Sickenberg. Vier Jahrzehnte lang wurden die Sperranlagen an der innerdeutschen Grenze unter der SED-Diktatur fortlaufend ausgebaut und perfektioniert. Gleichzeitig verfügte die DDR jederzeit über geheime Schlupflöcher im „Eisernen Vorhang“. Dazu gibt es am 4. Dezember ein Werkstattgespräch im Grenzmuseum Schifflersgrund, Platz der Wiedervereinigung 1, 37318 Asbach-Sickenberg um 19 Uhr.

Dokumente, Objekte, Spione aber auch kommunistische Funktionäre konnten somit unbemerkt die Grenze passieren. Seit 1990 ranken sich zahlreiche Legenden und Mythen um dieses Thema. Dass es grundsätzlich solche Anlagen gab, ist allgemein bekannt. Vielerorts werden heute alte Betonröhren an der ehemaligen Grenze als frühere Stasi-Tunnel gehandelt. Jedoch ist die Geschichte der DDR-Grenzschleusen bislang kaum wissenschaftlich aufgearbeitet.

Die Veranstaltung „Schlupflöcher im Eisernen Vorhang“ versteht sich als Werkstattbericht zu den gewonnenen Erkenntnissen und offenen Fragen rund um die Schleusen in der Umgebung des heutigen Grenzmuseums Schifflersgrund.

Dr. Christian Stöber, Historiker und Leiter des Erinnerungs- und Lernortes, spricht über Akteure, Funktionsweisen und Standorte der Grenzschleusen. Auch die Überwachung durch westdeutsche Sicherheitsbehörden wird thematisiert.

Gezeigt werden zahlreiche historische Unterlagen und Fotos von Schleusen an der Werra, Tunnelbauten und verdeckten Durchlässen im Grenzzaun. Moderiert wird das Gespräch von Anne Vaupel-Meier, Mitarbeiterin für historisch-politische Bildung am Grenzmuseum Schifflersgrund.

Der Eintritt ist frei. Herzliche Einladung!