
Leinefelde-Worbis. Im Gastrozelt der Landesgartenschau sind am Freitagabend, 11. September, die Feuerwehren der Stadt Leinefelde-Worbis zu ihrer Jahreshauptversammlung zusammengekommen. Das Zelt war gut gefüllt. Die Wahl des besonderen Veranstaltungsortes war zugleich als Dankeschön an die Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden gedacht, die das ganze Jahr über für die Sicherheit der Menschen in der Stadt und ihren Ortsteilen im Einsatz sind.

Stadtbrandmeister Dominik Dietrich blickte in seiner Rede ausführlich auf das vergangene Jahr zurück. Dabei ging es nicht nur um Einsatzstatistiken, Fahrzeuge und Technik. Dietrich stellte vor allem die Menschen in den Mittelpunkt, die hinter den Zahlen stehen.
„Unsere größte Stärke ist nicht unsere Technik. Unsere größte Stärke sind die Menschen, die da sind und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen“, machte er deutlich.

394 Einsätze verzeichneten die Feuerwehren der Stadt im Jahr 2025. Im Jahr zuvor waren es 375 gewesen. Das Einsatzspektrum reichte von Bränden und Verkehrsunfällen über technische Hilfeleistungen und Unwettereinsätze bis hin zu überörtlichen Einsätzen und Aufgaben im Katastrophenschutz.
Dietrich erinnerte auch an besonders schwere Einsätze und daran, dass diese für die Kameradinnen und Kameraden nicht mit der Rückkehr ins Gerätehaus beendet sein müssen. Gerade nach schweren Verkehrsunfällen oder Einsätzen mit Verletzten und Toten sei es wichtig, füreinander da zu sein und bei Bedarf auch professionelle Hilfe anzunehmen.
Ein großes Thema war zudem die weitere Entwicklung der Feuerwehr. Der verabschiedete Feuerwehrbedarfs- und Entwicklungsplan werde inzwischen Schritt für Schritt umgesetzt. Dazu gehören zusätzliche personelle Kapazitäten, Verbesserungen an Feuerwehrgerätehäusern sowie Investitionen in Fahrzeuge und Ausstattung.
Auch bei der Ausbildung gebe es Fortschritte. Dietrich berichtete von neuen Lehrgängen und davon, dass sich die Situation bei der Ausbildung von Führungskräften langsam verbessere.
Zu den größeren Vorhaben gehört eine eigene Schlauchpflegeanlage, mit der die Feuerwehr künftig unabhängiger werden soll. Auch das Ziel einer eigenen Atemschutzwerkstatt in Leinefelde werde weiter verfolgt.
Für die kommenden Jahre stehen außerdem mehrere Fahrzeugbeschaffungen an. Nach Angaben des Stadtbrandmeisters wurden Förderanträge für neue Feuerwehrfahrzeuge positiv beschieden. Nun stehen umfangreiche Vergabeverfahren bevor.
Auch Bürgermeister Christian Zwingmann nutzte die Jahreshauptversammlung, um den Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden für ihren Einsatz zu danken. Die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren sei für die Stadt unverzichtbar und ohne das große persönliche Engagement der Mitglieder nicht denkbar.
Neben viel Lob gab es an diesem Abend aber auch kritische Worte. Patrick Westphalen sprach unter anderem die Landesgartenschau an. Seiner Ansicht nach hätte die Stadt den Feuerwehrleuten bereits zu Beginn des Jahres als Anerkennung für ihren Einsatz eine Dauerkarte für die Landesgartenschau zur Verfügung stellen können.

Im Verlauf der Versammlung wurden zudem mehrere Kameradinnen und Kameraden ausgezeichnet und geehrt. Auch Mirko Lipinski als Vertreter des Landkreises würdigte die Arbeit der Feuerwehren und die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Landkreis und den verschiedenen Einsatzorganisationen.

Ein besonderer Moment folgte im Anschluss an die Versammlung draußen vor dem Gastrozelt. Dort stand das neue Fahrzeug der Feuerwehr bereit. Pfarrer Burmeister segnete das Fahrzeug und stellte es damit symbolisch unter einen besonderen Schutz.
Die Jahreshauptversammlung machte einmal mehr deutlich, wie breit das Aufgabenspektrum der Feuerwehren inzwischen geworden ist. Neben Bränden und technischer Hilfeleistung gewinnen Katastrophenschutz, Warnung der Bevölkerung, Hochwasser- und Starkregenvorsorge sowie moderne Technik zunehmend an Bedeutung.
Bei aller Technik blieb an diesem Abend jedoch eine Botschaft besonders hängen: Entscheidend sind die Menschen, die im Ernstfall kommen, wenn andere Hilfe brauchen.









