des Caritasverbandes für das Bistum Erfurt e.V. zum Tod vom Bischof em. Dr. Joachim Wanke
Mit großer Dankbarkeit und tiefer Wertschätzung nehmen wir Abschied von unserem langjährigen Bischof em. Dr. Joachim Wanke. Als Direktor des Caritasverbandes für das Bistum Erfurt e.V. und im Namen seiner zahlreichen Mitgliedseinrichtungen und Fachverbände, der vielen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist es mir ein aufrichtiges Anliegen, Dank zu sagen – Dank für ein Leben im Dienst an Gott und den Menschen.
Viele Jahrzehnte des gemeinsamen Weges im „Land der Heiligen Elisabeth“ verbinden uns. Wer auf diesen Weg zurückblickt, findet viele Bilder, die sein Wirken beschreiben: Er war einBrückenbauer zwischen Menschen, zwischen Kirche und Gesellschaft, zwischen Pastoral und Caritas. Und er war – im besten Sinne – ein Vater der Armen. Unvergessen bleiben die Besuche am Heiligen Abend in der Erfurter Suppenküche, wenn er Obdachlose und sozial Schwache aufsuchte.
Auch im Namen dieser Menschen, die wahrlich nicht auf der „Sonnenseite des Lebens“ stehen, sagen wir heute Dank – für mutmachenden Zuspruch, für offene Ohren und für eine sensible Anteilnahme, die von Herzen kam.
Über unserem Land und unserem Bistum hat er – im Bild gesprochen – den „Himmel offen gehalten“. Mit klarem Wort und warmem Herzen hat er vielen Menschen den christlichen Horizont erschlossen.
Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Caritas hat er den katholischen Glauben im ökumenischen Kontext verständlich und klar buchstabiert – viele sagten: verständlich und zeitgemäß, auf „mitteldeutsch“.
Gerade in einer Zeit, die vielen unübersichtlich und schnelllebig erscheint, hat er Orientierung gegeben, Perspektiven aufgezeigt und Wegmarken gesetzt. Eine Zeitung schrieb einst treffend: „Bischof Wanke habe sein Feld gut bestellt.“ Heute können wir sagen: Dieses Feld trägt weiterhin Frucht.
Besonders lebendig bleibt die Erinnerung an das Jahr 2007, das Elisabethjahr zum 800. Geburtstag der Heiligen Elisabeth von Thüringen. Unter der Überschrift „Elisabeth bewegt“ sind wir im kirchlichen Dienst enger zusammengerückt. Es war immer sein Anliegen, Pastoral und Caritas nicht getrennt zu sehen, sondern als zwei Seiten einer Medaille. Oder, wie er selbst gern sagte: Caritas und Pastoral sinddiezwei Lungenflügel.
Wenn beide stark sind und im christlichen Glauben wurzeln, dann wird Atem möglich – auch und vor allem Atem für die Seele.
Das Wortspiel der großen Begegnungstage 2007 bleibt in Erinnerung: „Glaube, der liebt“ für den pastoralen Bereich und „Liebe, die verkündet“ für den caritativen. Diese Verbindung hat er gelebt und geprägt.
Bis heute gilt: Wo Caritas außen draufsteht, muss Kirche drin sein – und umgekehrt. So steht auf vielen Broschüren neben dem Caritaslogo mit Kreuz und Flammen der Satz: „Caritas: Kirche mittendrin.“
Genau das hat er verkörpert: Kirche mitten unter den Menschen – besonders unter denen, die Hilfe brauchen.
Das Feld ist gut bestellt. Daran hat er maßgeblichen Anteil.
In all den Jahren – und das gilt bis heute – wussten wir uns als Caritas – in den Gemeinden, in den vielfältigen Formen des Ehrenamtes, aber auch als Verband – vom Bistum getragen. Und wir wussten um das Wohlwollen und das große Vertrauen, das er uns als Oberhirte entgegengebracht hat. Dafür sagen wir heute aufrichtig: Danke.
Als neuer Direktor im Caritasverband spüre ich die Resonanz seines Wirkens nachhaltig in unserer alltäglichen Arbeit, bezeugt durch viele Menschen in unserer Dienstgemeinschaft, die er stark geprägt hat.
Wir vertrauen darauf, dass Gott, dem er sein Leben gewidmet hat, ihn nun in seine Liebe aufnimmt. Sein Wirken, seine Worte und sein Beispiel bleiben unter uns lebendig. Möge Gott ihm die Fülle des Lebens schenken, die er so vielen Menschen erahnen ließ.
In dankbarer Erinnerung.
Philipp Nitsche
Diözesan-Caritasdirektor
Vorstandsvorsitzender






